Hallo ihr
Lieben,
es ist
Sonntagabend, der Regen prasselt aufs Dach und über mir rollt seit etwa einer
halben Stunde ein einziger langgezogener Donner. Es ist zu laut zum Filme
schauen, zu dunkel zum Briefe oder ähnliches schreiben und zu nass um zu den
anderen ins große Haus zu laufen, also berichte ich euch mal was so los war in
den letzten zwei Wochen. In meiner Freizeit beschäftige ich mich im Moment viel
mit meinem Studium, dass ja schon fast beginnt wenn ich nach Hause komme. Das
bedeutet auch, dass ich die meisten Wochenenden in Kisumu verbringe, da dort
die Internetverbindung deutlich besser ist (das Essen auch^^). Mit dem Besuch
aus Tansania habe ich auch festgestellt, dass wir dort einen hervorragenden
Chinesen und ein superleckeres arabisches Grillrestaurant haben. Schade, dass
ich dort nicht noch viel öfter hin kann. Die beiden Mädchen aus Tansania sind
bis zum Montag (an dem die Schule begann) geblieben und haben sich dann auf den
Heimweg gemacht. Das Wochenende habe ich mit ihnen in Nyang’oma bei Julia und
Johannes verbracht. Die Julia ist leider in der darauf folgenden Woche schon
wieder nach Deutschland zurück geflogen. In der Schule ist dann so nichts
weiter passiert, wir haben eine neue Lehrerin bekommen (Madam Anne die Dritte),
da eine andere nun bald ihr Baby bekommt, Jorim ist auch wieder in der Schule,
da er und Aloyce mit dem Spraying-Projekt fertig sind. Die Schule ohne ihn war
nicht unbedingt langweilig, aber mit ihm macht es deutlich mehr Spaß. Ich habe
auch ein neues Hobby entdeckt: nachdem ich knallbunten Stoff bei Mildred im
Shop gefunden habe, bin ich zur Schneiderin gegangen und habe sie gefragt, ob
ich wohl ihre freistehende Nähmaschine benutzen dürfte. Sie arbeitet allein und
hat sich daher sehr über meine Gesellschaft gefreut und so kam es, dass ich mir
nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Tretbrett der Maschine eine knallbunte
Tasche genäht habe. Zuhause habe ich noch genauso bunte Knöpfe kreuz und quer
darauf gesetzt. Ich werde versuchen euch ein Bild davon hochzuladen. Bei
facebook existiert bereits eins. Nun bewundern alle meine Tasche und nach dem
ich meine vorlaute Klappe aufgerissen habe, dass ich die Tasche ja selbst
genäht habe, will auch jeder andere Bekannte eine haben, vielleicht nicht ganz
so bunt und schrill und mit ein paar Variationen…
Wir sind im Moment auch mitten in der Regenzeit, dass habt ihr sicher an ein paar Bildern schon gesehen. Inzwischen kommt der Regen relativ regelmäßig jeden zweiten Abend und nicht mehr ganz so heftig wie am Anfang, doch matschig ist es trotzdem noch häufig. Also nie ohne Gummistiefel los! Während im Januar alles gelb-braun, trocken, heiß und staubig war, sind die Temperaturen jetzt deutlich angenehmer, es weht immer eine erfrischende Briese und es gibt ganz klares Regenwasser zum Duschen. Innerhalb von einer Woche nach den ersten Regenfällen wurde es hier auch schlagartig saftig, knallig grün. Ich habe euch ja von unserer Pflanzaktion am Anfang der Ferien erzählt. Das ist nun ca. 1,5 Monate her. Der Mais, den wir eingepflanzt haben geht uns nun ungelogen bis zur Hüfte!!! Alles wächst rasend schnell! Leider kommen aber auch die Moskitos in Scharen zurück. Man merkt erst jetzt wie wenig man sie in den letzten 5 Monaten gesehen hat. Durch die besonders starken Regenfälle ganz am Anfang der Regenzeit und die dadurch hervorgerufene Feuchtigkeit in den Hütten, scheint auch das Moskitospray das Aloyce wochenlang in allen Hütten der Region gesprüht hat, überhaupt nicht zu wirken. Also einmal umsonst die Umwelt und meine Lungen mit Chemikalien verseucht.
Leider gibt es aber auch schlechte Nachrichten: William, der Besitzer der Tischlerei, in der ich kurzzeitig gearbeitet hatte und den ich immer gern heimlich Gnom genannt habe (eine ganz eigentümliche lustige Gesichtsform) ist schwer krank geworden. Man vermutet einen Darmkrebs. Hier, wo es keine Versicherungen und kaum gute Ärzte gibt, ist das eigentlich ein Todesurteil. Als ich ihn vor kurzem sah, bezweifelte ich stark, dass er überhaupt noch am Leben war. Er war unglaublich dünn geworden, seine Augen tief eingefallen, seine Haut matt und fahl. Afrikaner könne tatsächlich blass sein, ihr Haut nimmt so einen Grauton an. Ich selbst war nie in der Nähe eines sterbenden Menschen und habe auch nie jemanden verloren, den ich näher kannte. Die Situation ist komplett neu für mich und obwohl ich hier in Afrika schon andere Todesfälle mitbekommen habe, geht es mir bei William unglaublich nah. Die anderen hatte ich vielleicht nur kurz gesehen, wenn überhaupt, aber William kenne ich. Er ist ein Original, eigentlich lacht er immer, hat viele Falten im Gesicht und ist unglaublich herzlich. Lotte geht es mit der Sache glaube ich noch schlechter, das sie mit Williams zweiter Frau sehr eng befreundet ist. ZU ihrem üblichen Streß kommt nun also auch noch ihre Sorge um Stella und ihre Kinder, um die sich jetzt viel kümmert. In den letzten Tagen lag sie auch noch wegen einer bakteriellen Hautinfektion flach und nächste Woche kommen ihre Eltern und ihre drei jüngeren Brüder zu Besuch… Ich möchte nicht mit ihr tauschen! Eigentlich wollte ich in der Zeit, in der sie Besuch hat noch mal für ein paar Tage rüber nach Uganda, doch leider bestehen Aloyce und Florence auf meine Anwesenheit für den Besuch, also muss ich das wohl verschieben. Ich habe ja auch noch ein wenig Zeit.
Und hier für alle: Ab dem 23. Juli dürft ihr mich wieder in Deutschland willkommen heißen, also pünktlich zum Otterndorfer Altstadtfest^^
Liebe Grüße
Hanne
Wir sind im Moment auch mitten in der Regenzeit, dass habt ihr sicher an ein paar Bildern schon gesehen. Inzwischen kommt der Regen relativ regelmäßig jeden zweiten Abend und nicht mehr ganz so heftig wie am Anfang, doch matschig ist es trotzdem noch häufig. Also nie ohne Gummistiefel los! Während im Januar alles gelb-braun, trocken, heiß und staubig war, sind die Temperaturen jetzt deutlich angenehmer, es weht immer eine erfrischende Briese und es gibt ganz klares Regenwasser zum Duschen. Innerhalb von einer Woche nach den ersten Regenfällen wurde es hier auch schlagartig saftig, knallig grün. Ich habe euch ja von unserer Pflanzaktion am Anfang der Ferien erzählt. Das ist nun ca. 1,5 Monate her. Der Mais, den wir eingepflanzt haben geht uns nun ungelogen bis zur Hüfte!!! Alles wächst rasend schnell! Leider kommen aber auch die Moskitos in Scharen zurück. Man merkt erst jetzt wie wenig man sie in den letzten 5 Monaten gesehen hat. Durch die besonders starken Regenfälle ganz am Anfang der Regenzeit und die dadurch hervorgerufene Feuchtigkeit in den Hütten, scheint auch das Moskitospray das Aloyce wochenlang in allen Hütten der Region gesprüht hat, überhaupt nicht zu wirken. Also einmal umsonst die Umwelt und meine Lungen mit Chemikalien verseucht.
Leider gibt es aber auch schlechte Nachrichten: William, der Besitzer der Tischlerei, in der ich kurzzeitig gearbeitet hatte und den ich immer gern heimlich Gnom genannt habe (eine ganz eigentümliche lustige Gesichtsform) ist schwer krank geworden. Man vermutet einen Darmkrebs. Hier, wo es keine Versicherungen und kaum gute Ärzte gibt, ist das eigentlich ein Todesurteil. Als ich ihn vor kurzem sah, bezweifelte ich stark, dass er überhaupt noch am Leben war. Er war unglaublich dünn geworden, seine Augen tief eingefallen, seine Haut matt und fahl. Afrikaner könne tatsächlich blass sein, ihr Haut nimmt so einen Grauton an. Ich selbst war nie in der Nähe eines sterbenden Menschen und habe auch nie jemanden verloren, den ich näher kannte. Die Situation ist komplett neu für mich und obwohl ich hier in Afrika schon andere Todesfälle mitbekommen habe, geht es mir bei William unglaublich nah. Die anderen hatte ich vielleicht nur kurz gesehen, wenn überhaupt, aber William kenne ich. Er ist ein Original, eigentlich lacht er immer, hat viele Falten im Gesicht und ist unglaublich herzlich. Lotte geht es mit der Sache glaube ich noch schlechter, das sie mit Williams zweiter Frau sehr eng befreundet ist. ZU ihrem üblichen Streß kommt nun also auch noch ihre Sorge um Stella und ihre Kinder, um die sich jetzt viel kümmert. In den letzten Tagen lag sie auch noch wegen einer bakteriellen Hautinfektion flach und nächste Woche kommen ihre Eltern und ihre drei jüngeren Brüder zu Besuch… Ich möchte nicht mit ihr tauschen! Eigentlich wollte ich in der Zeit, in der sie Besuch hat noch mal für ein paar Tage rüber nach Uganda, doch leider bestehen Aloyce und Florence auf meine Anwesenheit für den Besuch, also muss ich das wohl verschieben. Ich habe ja auch noch ein wenig Zeit.
Und hier für alle: Ab dem 23. Juli dürft ihr mich wieder in Deutschland willkommen heißen, also pünktlich zum Otterndorfer Altstadtfest^^
Liebe Grüße
Hanne