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Montag, 1. August 2011

Warum gehe ich nach Afrika


Die Kinder in meiner Gastfamilie
Es gibt viele Gründe, warum ich gerne nach Afrika gehen möchte. Einerseits wurden die Leidenschaft und das Interesse schon früh geweckt. Der Bruder meines Großvaters wanderte nach Namibia aus und hat jetzt eine Jagdfarm. Mein Großvater und mein Großonkel sind oft dort hingefahren, um ihn zu besuchen. Sie haben immer viel erzählt, von den Tieren, den Menschen, der Mentalität und der wunderschönen, vielseitigen Landschaft. So kam es auch, dass in den Zimmern von meinen Geschwistern und mir eher Holzfiguren von Löwen, das Geweih von Antilopen und Kissenbezüge mit Bildern aus der Savanne zu finden waren, anstatt von Polizei-, Feuerwehr- und Prinzessinnen-verkleidungen. So tauchten natürlich auch schnell Romane über Afrika in unseren Bücherregalen auf.
Meine Brüder nutzten die Chance, einmal mit meinem Großvater nach Namibia zu fahren und auch sie können bis heute nicht aufhören davon zu schwärmen. Viele fragen sich jetzt wahrscheinlich, warum ich denn nicht nach Namibia fahre.
Ich denke, das, was ich bisher von meinen Verwandten aus dem Urlaub oder aus Romanen von Europäern erfahren habe, eher Stereotypen sind. Ich weiß nicht ob ich die Kultur der Eingeborenen wirklich erfahren und verstehen kann, wenn ich ihnen als die Verwandte des Farmbesitzers begegne. Ich möchte gerne meine eigenen Erfahrungen machen, deswegen habe ich mich für den Freiwilligendienst entschieden bei dem ich in einer Gastfamilie untergebracht bin.
Dass ich nun nach Kenia gehe, hat sich eher durch Zufall ergeben, ich habe nach Projekten in ganz Afrika gesucht und das Projekt, das mein größtes Interesse weckte lag nun einmal in Kenia. Doch dann habe ich mich mit dem Land auseinander gesetzt und kann es kaum erwarten das Land und die Menschen kennen zu lernen.
Dank einem Gespräch mit meiner Vorgängerin Barbara Broich habe ich bereits einen kleinen Einblick von dem bekommen, was mich erwartet. Ich werde auf einem Grundstück mit fünf Lehmhütten wohnen, meine Projektpartnerin und ich werden uns eine dieser Hütten teilen. In der Familie gibt es neben unseren Gasteltern zehn Kinder (teilweise adoptiert) und zwei Arbeiter. Es gibt kein fließendes Wasser, dafür aber, dank einer kleinen Solarzelle, Strom und mit einem kleinen Stick sogar Internet.
Die Hütte in der wir leben werden

Doch wie werden die Menschen mit mir umgehen? Wie habe ich mich zu verhalten? Nicht alle diese Dinge kann man auf einem Seminar besprechen.
Die Kinder mit meiner Vorghängerin
Ich hoffe einfach, dass ich mich den Bedingungen dort schnell anpasse und freundlich aufgenommen werde. Das wird mein Selbstbewusstsein und meine Sensibilität für andere Kulturen unglaublich stärken, denke ich. Durch das Unterrichten an einer Schule, kann ich selbst viel für mein späteres Leben lernen und hoffentlich die Kinder ebenso von mir. Viele Fragen mich, ob ich in Afrika Entwicklungshilfe leiste. Dazu habe ich keine Ausbildung. Das Auslandsjahr ist hauptsächlich für mich. Damit ich durch Offenheit, Flexibilität, Engagement und Freundlichkeit eine fremde Kultur kennen lerne, Vorurteile abbauen kann, vielleicht einen besseren Sinn für das Nutzen von weniger vorhandenen Rohstoffen bekomme, interkulturelle Kompetenzen erlange. Wenn ich den Menschen dort etwas Hilfreiches aus meiner Kultur vermitteln kann, was ich sehr hoffe, oder ihnen nur zweigen kann, dass man die „Weißen“ auch nicht nur verallgemeinern kann, dann wäre das ein sehr positives Nebenziel.





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