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Dienstag, 31. Januar 2012

Das Anja-Marle-Hanne-Tagebuch

Hallo ihr Lieben,
seit dem 25. Januar habe ich Beusch von meiner wunderbaren Mama und meiner Patentante Marle, die beiden hatten sich überlegt in der Zeit mal mein Blogtagebuch weiter zu führen und so könnt ihr alles auch nochmal aus einer anderen Perspektive kennen lernen. Viel Spaß bei den ganzen "neuen" Eindrücken der beiden!!!

Mittwoch, 8 Uhr
Wir können Hanne in einem schicken afrikanischen Rock in Nairobi am Flughafen in die Arme schließen. Die Busfahrt vom Flughafen in die Stadt: durch die schlaglochreichen, staubigen Straßen der ärmeren Nebenviertel Nairobis, gesäumt von Straßenmärkten jeglicher Art, mit einer unheimlichen Dichte an Autos und Menschen auf den Straßen. Nachdem wir von Hanne durch die hektische Stadt geschleppt wurden, haben wir auch irgendwann einen Bus, bzw. ein Matatu nach Naivasha gefunden. Nach gefühlten 3 Stunden, gequetscht zwischen Gepäck und Menschen, Staub und Abgasen in der Nase, sind wir dann auch endlich losgefahren, während der Fahrt durch die Wälder des Hochlands, die Abbruchkante zum Riftvalley hinab, am Mount Longonot (Vulkan) vorbei und durch die Steppe, in ähnlichem Zustand, haben wir auch das kleine, ruhige Dörfchen erreicht, dass sich Stadt nennt (Naivasha). Mit Sack und Pack am STraßenrand ausgeladen, wurde erst einmal vergeblich versucht Travellerchecks einzulösen und es began eine lange Suche nach Barem, außerdem wurde am STraßenrand auch noch gleich firschen Obst und natürlich Wasser gekauft. Jetzt konnten wir auch endlcih eines der 125 Matatuangebote wahrnehmen, sie versicherten uns  auch sogleich los zu fahren und das taten sie auch. Allerdings nur etwa einen Kilometer, um dann lautstark und penetrant noch die Menschen von den Straßen zu einer Matatufahrt zu überreden, bis es endlich mehr als voll war (14 zugelassene Passagiere, 20 Mitfahrer und Unmengen an Gepäck, unsere Rucksäcke zum Glück im Fahrzeug und nicht auf dem Dach). Unser Traumziel hatte sogar ein freies 4-Personen-Banda für uns und lag noch schöner als wir es uns vorgestellt hatten unter den großen Fieberarkatzien, in denen kleine, freche Affen herum turnten, direkt a Lake Naivasha.Hier konnten wir schon am ersten Tag Unmengen von Vögeln und anderen Tieren beobachten und vom Hippogefährdeten Seeufer trennte uns zu Marles Beruhigung und Elektrozaun. Auch wenn die Betten ausgelegen und der Platz im Banda, begrenzt war, verschliefen wir doch eine wunderbare Nacht, mit der typisch afrikansichen Geräuschkulisse aus Vogelstimmen und Grillenzirpen als Hintergrund. Immerhin hat das Banda eine ganz luxeriöse, sogar heiße Duschen (zu Hannes Entzücken) und ein Klo mit ECHTER Spülung. Am nächsten Tag gab es richtiges ausgieibiges Frühstück auf der Veranda und dabei konnten wir die skurilen großen schwarezen Affen mit weißen buschigesn Schwänzen und Gesciht und seitlichem dichtem Haarkranz ebebenfalls in weiß beobachten. Danach ging es auf Mountainbikes ins Blaue hinein gefahren sind; einfach mal auf der Straße nach Westen. Und wie bei uns die Kühe am Straßen rand stehen, sahen wir hier Zebras, Antilopen und Warzenschweine, die alle reletiv wenig Scheu zu haben schienen. In der Mittagshitze landeten wir unerwartet am Nebensee des Lake Naivasha, an einem Schattigen Plätzchen mit Blick auf hunderte Falmingos und zwei Inselchen, die gelegentlich ihre Nasenlöcher aus dem Wasser streckten. Ein Masai trieb seine Rinderherde zum Wasserund Kinder vollführten ihre Kunstsücke, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen, damit sie mit Essen und Geld belohnt werden. Ausgeruht und gestärkt wollten wir nun weiter um den See Richtung Green Crater Lake, einem Vulkanberg mit See, dessen Entfernung wir aber nicht ganz beurteilen konnten. So landeten wir dann auch auf einer fürchterlich holprigen, extrem staubigen Piste in der glühenden Mittagshitze irgendwann am Tor des Crater an. Aber wir mussten ja noch hinauf, den Berg mit unseren super ausgestatteten Bikes, bei denen Marles Rad alle ersten Gänge fehlten, Anja die Knie unter dem Kinn hatte und Hannes Hintern bereits arg geschunden war, es hat sich aber gelohnt. Eine traumhafte Aussicht vom Kraterrand. Zur Umrundung des Sees ging es  natürlich wieder hinab (ohne Räder) und durch dschungelartiges Gebiet einmal um den See. Manchmal hatten wir mächtig Schiß in der Büchs, dass uns die Hippos (die an manchen Stellen nur unweit entfernt waren) zu nahe kommen würden. Zum Abschluß auf einem Pontong mitten auf dem See durften wir bei Kaffe und frischem Passionsfruchtsaft Giraffen beobachten, an der Stelle, die wir kurz zuvor gegangen waren. Zum Essen gings diesmal ins Nachbarcamp "Carnelly's", wo wir ein wirklich fabelhaftes Essen im, inzwischen schon standardisierten Wechselstil der Teller zu jedem Esser, in einem wunderschönen Ambiente genießen durften.

Freitag, 27.1.2012

Hells Gate National Park

 bei Dunkelheit schon aufstehen, ohne  Frühstück , kalter Morgen ,wir auf Mountainbikes los, unheimlicher Betrieb auf der Straße (Kinder zur Schule, viele Fußgänger, Fahrräder, Motorräder, Autos, LKWs) erreichen das Tor bei Sonnenaufgang. Wir entscheiden uns für die lange Außenroute (buffalo-curcuit), was Hanne später sehr bereut, dafür aber  grandiose Felswände im Morgenlicht, Zebras, Antilopen, Warzenschweine…und ein platter Reifen! Frühstückspicknick mit Blick auf in Nähe grasende Zebras, eine große Giraffe und viele verschiedene Antilopen (Thompsongazellen, Dikdiks, Impalas, Hartebester und vieles was wir nicht benennen können. Das neue Rad hat einen viel besseren Sattel für Hannes geschundenen Hintern. Krasse Geröllsteigungen,  Hannes Laune wird zunehmend schlechter, aber oben angekommen geniale Ausblicke mit frischer Ananas und Oma Inges letzten echten braunen Kuchen von Weihnachten (ihr mitgegebenes frisches Brot war leider bei diesem Klima schon am ersten Tag komplett verschimmelt), aber immer wieder weitere Berg- und Talfahrten bei sengender Hitze (von wegen, Anja: "die Tour führt bestimmt um die Berge herum"…). dann steil bergab, fast so anstrengend wie rauf,  unterbrochen von einer schier endlosen Ziegen- und Schafherde bei der Abfahrt.

Schließlich erreichen wir die Njorowa-Schlucht, erst einmal  Verschnaufpause, wieder einmal ein ungewollter aber schon bald dankbar angenommener Guide (ein Masaijunge) ohne den hätten wir die steilen Kraxelstellen nie überwunden, geschweige den richtigen Weg gefunden. Echte Kletterpartien folgen durch ganz schmale Felsspalten, oft keine Sonne, viele durch Vulkangestein  erhitzte  zum teil brühheiße Quellen, eine richtige Dusche bei einem Abstieg, ein tolles Erlebnis, dass wir im Nachhinein nicht missen möchten, obwohl wir angesichts der vorangegangenen Strapazen lange überlegt haben.

Spätnachmittags langsam durch die obere Schlucht zurück: die erste Büffelherde, groß und gleich neben uns auf dem Weg zur Wasserstelle, diverse Reiher, Adler, Schlangensekretäre,… und natürlich noch viel! viel! mehr Zebras, Antilopen, Schweine….

Wieder „4/5 Gänge-Menü“ auf dem benachbarten  Campsite  (Carnelly`s) und tot müde (Anja ist auf der tollen Veranda schon in den dicken Kissen eingeschlafen )danach alle totmüde  in`s Bett. Nach den Strapazen des Tages haben wir allerdings den geplanten Trip auf den Mount Longonot nocheinmal überdacht und lieber doch beschlossen darauf zu verzichten.



Samstag, 28.1.2012

Richtig schön chillig ausschlafen und in der Morgensonne die Affenherde mit ihren kleinen Mini-Jungen vorne am Bauch in den Bäumen über unseren Köpfen beobachten und nachher bei uns unten bis zum Frühstückstisch (und darauf!) während die großen unbekannten Vögel („alte Männer im Frack“) heranstolzieren und es von Vogelstimmen nur so schwirrte.

Als wir gerade die Sachen für den Tagesausflug zum Crescent Island gepackt haben, werden wir freundlich darauf hingewiesen, dass wir unsere „Banda“ räumen müßten, da sie für die nächste Nacht bereits an andere vermietet ist – wie gut, dies erst jetzt zu erfahren, da wir sonst bestimmt nicht so lange und entspannt  unter der riesigen blühenden Bouganvillia in der Sonne hätten frühstücken können. Plötzlich ging das Packen ratzfatz und da wir für’s Bezahlen erst noch  Bargeld holen mußten, haben  wir uns widerwillig ein privates Matatu aufschwatzen lassen …..

Der Weg von der Straße, wo wir ja eigentlich aussteigen wollten,  bis zum Office führte uns entlang großer Herden von Zebras, Wasserböcken, Impalas, Thompsongazellen, Gnus…. und auf der Piste stehender Giraffen, die nur sehr langsam die Straße räumen, außerdem  entpuppte er sich als ca. 3-4 km lang (wir hatten nun unser volles Gepäck dabei und es war bereits fast Mittag) manchmal muß  man wohl zu seinem Glück gezwungen werden!!

Unser  Fahrer brachte uns also glücklicherweise nicht nur  bis zum privaten Farmhaus,sondern bewachte anschließend auch  unser Gepäck und wartete bis wir die ca. 2.5 stündige Fußsafari auf dieser naturbelassenen Landzunge mit unglaublichem Rundblick und Wildreichtum beendet hatten. Wir konnten oft bis auf ca. 10 m an die Tiere herangehen obwohl sie in freier Wildbahn leben.

In Naivasha hätten wir wahrscheinlich auch noch lange nach der Matatu-Station gesucht, die oberhalb der  Hauptstraße lag. Eine solche Enge und Vollheit  ist schier unvorstellbar für europäische Orte. Die Fahrt nach Nairobi hat uns umgerechnet ungefähr 1,50 € pro Person gekostet für ca. 50 km (das Privatauto kostete zum Supersonderpreis des Camps fast 25€).

Bei allem kommt uns Hannes Erfahrungsschatz sehr zu Gute, da überall gehandelt wird und sie bereits ein Gefühl für die richtigen Preise hat und inzwischen weiß wie mit den Menschen hier am besten umzugehen ist. Sie weiß, wo wir in Nairobi am besten aussteigen, um auf kürzestem Weg zum Hotel zu kommen, ist eine kompetente Stadtführerin und hat  ein geniales Lokal für unser Abendessen ausgesucht: Äthiopisch! Ihr hättet uns sehen müssen, die erste Mahlzeit mit den Fingern und so fremdartig gewürzt, dass es ein richtiger Sinnestaumel war.

Tja, und nun haben wir einen entscheidenden Fehler begangen: wir sind rechtzeitig schlafen gegangen, da unser Bus nach Kisumu ja am nächsten Morgen recht früh starten und für mindestens 8 Std. auf der Straße sein würde. Saturdaynight in Nairobi, was waren wir bloß blöd! Taten bei dem Musiklärm die ganze Nacht kaum ein Auge zu und haben uns nicht einmal die nächstgelegenen  Discos angesehen, dabei war die Musik so genial!



Sonntag

Morgens früh 6:30 Uhr hoch, noch konnten wir in dem „Luxus“ mit Dusche und flush-toilet weilen und zum Glück wusste Hanne auch genau, dass wir es nur in einem relativ! „luxeriösen“ Reisebus der Guardian-Linie bis nach Masago schaffen würden.  Atemberaubender Blick an der Kante des Rift Valley, dort „kleben“ Verkaufsstände (mostly Schafwollmützen!) am steilen Abhang und der Bus fährt diese Route mit zwar gekonnten LKW-Überholmanövern, dass einem aber trotzdem Angst und Bange wird. Dann geht es durch die endlose Steppe über Narok, wo wir Station machten und wechselt nun  zu dem berühmten Teeanbaugebiet rund um Kericho (eine angenehme Abwechselung zu den endlosen Blumenfarmen am Lake Naivasha) – grüne Teefelder so weit das Auge reicht. Hier oben ist jetzt schon wieder alles sehr grün und fruchtbar. Von Kericho dauert es dann doch noch einmal über 2 Stunden nach Masago, da also – kurz vor Kisumu – läßt uns der Bus an einer staubigen Straße aussteigen. Die vielen schwarzen MitfahrerInnen  haben nicht schlecht gestaunt, dass wir hier mitten in der Einöde und nicht in der Stadt Kisumu aussteigen. Dann ging es auf Pikipikis weiter, wir alle mit einem kleinen und zusätzlich dem großem Rucksack rauf aufs klapprige Moped! Doch gegen den Kern von Masosgo (was auch nur die Ansammlung einiger kleiner Marktstände, wartender Pikipikis und die kleine Schule ist) scheint jetzt erst die Einöde anzufangen durch die wir auf steinigen staubigen Holperpisten fahren, vor einer kleinen ziemlich kaputten Holzbrücke absteigen müssen, über die die Mopeds  es aber irgendwie auf dem letzten heilen Brett  noch schaffen rüber zu kommen. Dann an steilen erdrutschbedingten Abgründen des Flussufers entlang auf immer schmaleren Wegen bis zum Compound von Aloyce und Florence. Wir werden sehr herzlich begrüßt von den beiden und von zig Kindern, deren Namen wir uns kaum merken konnten. Jetzt kommt der echte Kulturschock. Wohnhaus ist eine Lehmhütte mit Lehmfußboden und drei angehängten „Zimmern“, steht Bett drin sonst nichts, auch in dem Schlafraum der Eltern und Kinder nur eine kleine Wanne mit Wäsche plus den Nahrungsvorräten, für die die Räume außerdem da sind. Die Nachbarhütte ist die Küche, dort wird jetzt das berühmte Chicken mit Sukumawiki (Kohlrabi-Grünkohl-ähnlichen Blättern) mit Ugali und Kartoffeln gekocht. Dieses Gästemenü ist obligatorisch für Visitors.  Wir helfen  Florence, die Küche ist kahl, nur ein Minitisch, gearbeitet wird sowieso alles auf dem Fußboden, Hühner gehen überall ein aus, zwei brüten auch in der Küche und alle übernachten dort in einer Ecke hinter einer Bambusmatte. Es gibt nur eine Feuerstelle, das Huhn wird nebenbei geschlachtet und ausgenommen, es wird alles verwertet, Därme gewaschen und um die Füße gewickelt, kriegen dann die Kinder.  Eine brüllende Hitze, alles verräuchert, total dunkel, nur ein kleines Öllämpchen und wir versuchen den Anweisungen Florences zu folgen. Scharfe Messer gibt’s nicht, Bretter zum Schneiden auch nicht, aber Sukuma  bitte sehr klein und fein schneiden aus der Hand. Anja und ich dachten das gibt es nicht, aber alles ist wahr. Endlich um 21:00 Uhr ist fast alles fertig. Im Wohnhaus wird aus dem einzigen Schrank (kleine Komode), in dem alles (ich mein ALLLES!!!) aufbewahrt wird, werden Plastikteller geholt und die Gäste zuerst bewirtet. Alle, vor allem die Kinder, sind bereits tot müde, müssen aber warten, denn sie sind als letzte dran, während, Florence versucht, das magere Huhn auf über zehn Personen aufzuteilen, mir wird vor schlechtem Gewissen ganz schlecht…  nun müssen wir wieder mit den Fingern essen, aber anstelle der fladerigen-schwammartigen Fladen, die wir beim Äthiopier als „Besteck“ hatten, müssen wir nun aus Ugali in einer Hand einen dicken Kloß kneten und mit dem Daumen ein Loch darein drücken, mit dem wir die Soße aufnehmen können (von der haben wir natürlich viel zu viel und die Kinder nur noch spärliche Reste…).  Wir fallen danach wieder tot müde ins Bett, in dem „Gästeraum“ in dem sonst die Jungen schlafen, die nun mit einem weiteren Mädchen (Aloyce Nichte wurde aufgenommen) auf dem Küchenfußboden schlafen.



Montag

Morgens geweckt total früh von Hahnengekrähe und einem ewig snoozenden Wecker. Dann Frühstück mit süßem Milch-Tee und ab wieder auf Pikipikis mit Hanne zur Schule. Dort angekommen eine große Begrüßungszeremonie. Die Kinder müssen singen, auch die Nationalhymne wie jeden Montag und Freitag während die Flagge gehisst wird. Der Schulleiter geht mit dem Stock durch die Reihen und schaut ob die Haare nicht shaggy (struppelig) sind und die Kleidung sauber ist. Letzteres ist bei dem totalen Staub, der überall ist, sehr,  sehr  schwer, daher müssen die Kleider schon nach einem Tag gewaschen werden (was das bedeutet erfahren wir am nächsten Tag…), außerdem sind sie total durchgeschwitzt. Eine sengende Hitze vor und in den kleinen Wellblechhütten, die aneinander gereiht die Schule darstellen. Es ist erbärmlich zu sehen, was hier Schule heißt, was uns auch in einen Konflikt mit Hanne führt, weshalb sie nachher total niedergeschlagen ist. Aber es ist so grausam zu sehen, wie schrecklich nicht nur die Schulausstattung ist (es gibt ganze drei „normal“ Holzstühle, die Schule hat einen kleinen Holzschrank, Kinder sitzen eng gedrängt auf „Schulbänken“, wogegen die bei uns aus den 30iger Jahren echter Luxus waren. Nicht mal das kleine Heft passt auf das schmale Brett.  Dann  müssen sie  in dem Heft immer noch einmal die Seite mittig mit einem Strich durchteilen, warum auch immer. Auch die Kids, deren Haare shaggy und Kleidung nicht sauber ist, werden geschlagen. Wir müssen durch alle Klassen, überall singen oder Poems, Vorträge, vorstellen u.s.w., schrecklich bei der Hitze. Wir wollen nur noch weg. Die Lehrkräfte wollen unbedingt Unterricht im Halb-Stunden-Takt halten, obwohl alle nie mit der Zeit hinkommen, um  genau zu erklären, und dann auch noch die Aufgabe an die Tafel zu schreiben, abschreiben zu lassen, geschweige denn zu sehen, ob sie verstanden wurde. Dann Aufgaben machen, solange kann man die Kids ja gut alleine lassen und nach draußen gehen, da ist es im Schatten wenigstens etwas luftiger. Danach wird nur stumpf im Heft geprüft, ob die Aufgabe richtig ist oder nicht, die Lehrerin sitz dabei auf einem kleinem Plastikkinderstuhl vor der Tür im Schatten,  beaufsichtigt ihr eigenes kleines Kind und gibt herablassend mit miesen Kommentaren den Kindern die Hefte zurück ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Schrecklich.  Es gibt immer mehr Dinge, die wir einfach nicht verstehen und uns fragen, warum nur, so wie es Hanne auch oft geht, schon am nächsten Tag kommt sie nach Hause und regt sich zu recht auf, weil nun die guten Kinder geschlagen wurden weil sie sich nicht verbessert haben…  Oh je und dann haben natürlich die Lehrkräfte das Lunch frei, aber die Kids müssen es bezahlen, oder aber ohne Essen bleiben und das schon seit früh morgens um 6:30. Ihr Frühstück besteht dabei  nur aus dünnem süßem Tee mit Milch und das lunch kommt meist erst am Ende der Pause gegen 14:00 Uhr. Die „Klassenzimmer“, sind nur durch halbhohe Pappwände voneinander getrennt, es gibt kein „Lehrerzimmer“ außer einem Miniraum mit einem kleinen Pult und Stuhl.  Elendig lange Gespräche müssen wir über uns ergehen lassen, was sie alles noch vorhaben an Verbesserungen mit der Schule und der Schulgründer  (Lehrer an einer anderen Schule) kommt trotz Malaria zu uns und versucht Geld locker zu machen, auf eine freundliche und noch zurückhaltende  aber doch irgendwie blöde Art.  Und trotzdem kann man es ihm nicht verdenken.  Wir halten einfach nicht durch bis zum lunch, zu dem wir eingeladen sind, und verabschieden uns ab mittags.  Natürlich sollen wir bleiben, und essen und morgen wieder kommen und überhaupt jeden Tag. Irgendwie ist mir diese übertriebene Gastfreundschaft unangenehm. ..  Ab auf die Pkikipikis und zu Hause gleich mit Kopfschmerzen und müde zum Mittagsschlaf ins Bett. Danach sieht die Welt schon anders aus. Wir gehen Waschen: alle Wäsche ab zum Fluss tragen und dort in drei Schüsseln waschen. Das war lustig, endlich kühles Wasser an den Füßen. Neben uns die Kinder und Frauen waschen sich auch selbst und dann können wir auch nicht widerstehen und waschen uns im Fluß, oh ist das schön.  Dann alles zurück tragen und auf die Leine. Abends gibt’s Bohnen und Reis (weiteres Gemüse ist sowieso Luxus). Warum sie hier nicht mehr Gemüse anbauen, erklärt Aloyce mit dem Wetter , weil sie es probiert haben, aber alles zu trocken wird. Warum nicht an besseren Bewässerungssystemen vom nahegelegenen Fluß arbeiten, ist uns schleierhaft.



Dienstag

Das Auto, dass wir uns mieten wollen kommt   – zum Glück – erst abends, so haben wir einen entspannten Ausruhtag. Erst schöner Spaziergang am Fluss, bei dem aber jeder Dorfbewohner einem ein Gespräch aufschwatzt. So gehen wir ziemlich schnell zurück, auch weil Marle Magenkrämpfe hat und der Weg zunehmend undurchsichtiger wird. Wir helfen Florence, Wasser vom Fluss zu holen und spülen mit ihr, natürlich auch auf dem Fußboden, aber glücklicherweise draußen im Schatten. Es wird immer heißer und windiger, der macht eine so staubige Luft, dass Marle mit Linsen kaum noch gucken kann. Hanne früh aus der Schule wieder da und Anja und Marle planen ihre Tour für die nächsten Tage und schreiben endlich mal das blog-tagebuch.            

1 Kommentar:

  1. Erschreckend...ganz herlich :D
    Ich hab grad fast keine Lust mehr zu kommen, wenn man das alles so liest. Ich glaube ich könnte mich nicht so beherrschen wie ihr. Jedem zuhören und das alles mitspielen. Zumal aus eurem Bericht viel mehr negatives kommt als aus dem was Hanne geschrieben hat...
    Oh man -,-

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