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Freitag, 10. Februar 2012

Das Anja-Marle-Tagebuch II


Mittwoch,1.2.
Kreditkarte von Hanne vergessen, die bereits in der Schule ist, als wir losfahren wollen. Aloyce begleitet uns, ca. 20 Min. Autofahrt über sehr schlechte Feldwege um auf die andere Seite des Hauses zu gelangen, die sonst nur zu Fuß oder per Pikipiki in 5 Minuten  erreichbar ist. Tank ist fast leer also müssen wir zuerst zur Tankstelle. Dafür reicht aber unser Bargeld nicht mehr, da wir bereits mehr als die Hälfte für den Leihwagen angezahlt haben, also zuerst ganz nach Kisumu fahren. (Wir wollten eigentlich bis Mittag in Mbita sein!) In Kisumu nun eine passende Bank suchen, mit Aloyce einige Einkäufe und Erledigungen tätigen, zurück zur Tankstelle und Abschied von Aloyce (nein wir wollen ihn leider nicht noch bis nach Hause bringen, sondern endlich endlich los, auch wenn das wenig Verständnis erweckt und unmenschlich scheint, ihn mit seinem Einkauf (den wir bezahlt haben und der dann auf einmal deutlich mehr wurde) per Matatu und dann mit dem Piki Piki weiter fahren lassen).
Nun kann das Abenteuer „Marle und Anja allein in Kenia“ beginnen. Tut es auch bereits nach 5 Km: ein platter Reifen vorne rechts. Im Kofferraum finden wir schnell das Reserverad und den Wagenheber, der allerdings keine Kurbel mehr besitzt und keinen Schlüssel für die Radmuttern. Was nun? Autos anhalten! Klappt sofort. Freundliche Hilfe, Reifen gewechselt und weiter. Sicherheitshalber lassen wir im nächsten Ort unseren kaputten Reifen in glutheißer Mittagshitze am Wegesrand flicken. Nach weiteren 5 Kilometern ist der Reifen natürlich wieder platt, wir haben wieder kein passendes Werkzeug und sind allmählich ziemlich angepisst. Telefonat mit dem Vermieter: Wir sollen einen neuen Schlauch kaufen. Wieder: Autos anhalten, schnelle freundliche Hilfe, Reifen gewechselt, nun aber wieder ganz zurück nach Ahero, wo wir endlich einen neuen Schlauch bekommen. Das Abenteuer beginnt von neuem. Eigentlich schöne Landschaften, aber der permanente, starke Benzingeruch ist bei der Hitze doch sehr unangenehm. Kurz vor Homa Bay kommt eine riesige Baustelle (und dabei meine ich keine so wie auf der A1, nein , die Umleitung war nicht etwa auf der anderen Spur, sie war nicht einmal auf der Straße, sondern ging über Fels und Geröll durch Schlaglöcher querfeldein). Dies war jedoch im Vergleich zu den Straßen in Homa Bay fast noch Luxus, denn dort reihten sich steile Abbruchkanten, rudimentäre Straßenfragmente und tiefste Schlaglöcher so dicht aneinander, dass wir oft überhaupt nicht wussten, wo wir langfahren sollte, ohne mit dem Wagen aufzusetzen. Große LKWs und hupende Matatus donnerte irgendwie an uns vorbei. Endlich wieder ein Teerstraße am Ende des Ortes, Aufatmen, das haben wir hinter uns. Schöne neue Straße, schöne Landschaft. Bis wir am Sonnenstand erkennen müssen, dass unsere Richtung irgendwie nicht so ganz stimmen kann. Ein kurzes Nachfragen am Straßenrand bestätigt unsere schlimmste Befürchtung. Also wieder die wunderbare, neue Teerstraße fast ganz zurück, bis zur richtigen Abzweigung, haha Schotterpiste! Aber bis Mbita sind es ja nur noch 45 Kilometer… Sowas sollte ja eigentlich ganz schnell zu fahren sein. Falsch gedacht! Wieder Schlagloch an Schlagloch, Abbruchkanten, Felsen, Geröllhaufen… Durchschnittsgeschwindigkeit max. 10 Stundenkilometer und die Sonne steht schon reichlich tief. Wir haben aber die komlette Piste ziemlich für uns allein, warum fahren hier bloß kaum andere Autos? Marle,  jetzt am Steuer, flucht wie ein Rohrspatz. Nach einer Ewigkeit endlich wieder frisch geteerte Straße, so könnten wir es ja doch noch vor Sonnenuntergang nach Mbita schaffen.  Von wegen, 5 Kilometer war diese Paradiesstraße wohl schon lang, doch danach begann von neuem der Höllentrip. Und so ging es weiter zwei, drei Mal. Bei Sonnenuntergang erreichen wir aber zum Glück doch den Ort und finden das nette ICIPE Guesthouse. Dort den Kofferraum geöffnet kriegen wir einen kleinen Schock, alles ist total mit feinem rotem Staub  richtig dick bedeckt. Dann merken wir, dass auch im Fahrraum schon alles bis in die kleinsten Ritzen zugestaubt ist und wir erkennen warum sich unsere schwitzigen Hände zwischendrin schon immer dreckiger anfühlten. Als wir das dem guide, der unsere Koffer tragen wollte, zeigte, meinte er, wieso wir denn nicht die Fähre genommen hätte, die würden doch derzeit alle nehmen, da die Straße kaum passierbar sei. … Aber dann die ersehnte Erholung. Zimmer mit Balkon und Blick auf den Lake Victoria, vor uns der Garten mit Palmen. Durch die offene Balkontür weht eine frische Seebriese, während wir völlig erschöpft auf unseren Kingsizebetten liegen. Zu blöd den Duschmechanismus zu bedienen, nehmen wir ein Bad in der Wanne und schmeißen hinterher auch gleich die Schuhe hinein, eine braune Brühe. Statt der jeweil 20 Dollar für das Abendessen und Frühstück bekommen wir es nun auch für den Institutspreis für 450 KSh. Leckeres Buffet-Abendessen im eher jugendherbergsstil ähnlichen Speiseraum, danach, Schlafen wie die Murmeltiere. Na ja, Anja, während Marle „noch kurz“ die völlig zugestaubten Klamotten durchwaschen wollte. Das dauerte allerdings sechs ganze Runden bis das Wasser wenigstens nicht mehr braun war. ..

Donnerstag,2.2.
Noch vor dem Frühstück wollen wir sofort klären, wann die Fähre wohin fährt, damit wir diese schreckliche Piste nicht noch einmal zurück fahren müssen. Sie fährt uns sogar bis an die gegenüberliegende Küste, so dass wir die schöne Nordroute zurück fahren können, für ganze 800 KSh (etwa 8 €) und das zweistündlich. Super. O.K. aber jetzt noch schnell zur Barcleys und Geld holen, weil wir sonst das Hotel nicht zahlen können. Leider frist der Automat unsere Karte und die Bank (die gar keine Barclays ist, weil es im Ort nur andere Banken gibt) hat noch nicht auf, wir als Frühaufsteher sind natürlich um sieben los.  So sehr viel Glück scheinen wir nicht zu haben bei unserer Tour. Aber Glück im Unglück gleich nach Öffnen, sagt uns der Typ, doch glatt „sorry, you have to come back tomorrow“  hahaha. Nee, nicht mit Marle, da wird mal ein kräftiger Ton angeschlagen, das wir ganz eindeutig heute um 11 mit der Fähre zurück fahren müssen. Und siehe da, 10 Minuten später war die Karte da, und ich dachte schon, wir müssten allein wegen der Deutlichkeit jetzt erst einmal zwei Stunden warten. Leider haben wir trotzdem kein Geld bekommen, da die Maschine Probleme hatte. So kratzten wir unseren letzten Kröten zusammen und konnten doch noch Frühstückten. Durch eine kecke Bemerkung von Marle hat der guide uns sogar das Auto, in das wir uns kaum noch wieder setzen mochten, gewaschen und es später auch noch von innen geputzt!
Nach einem ausgedehnten Frühstück ging es spazieren auf dem Fahrdamm nach Rosinga Island, der einem einzigen großen Markt glich, mit den vielen Straßenständen an den Seiten. Wie die das alle in der prallen Sonne und dann noch dem ewigen Staub der duchbrausenden Autos und LKWs aushalten können ist uns schleierhaft. Zwischendrin nettes Gespräch mit einem Prof, der in USA und Schweden war und nun auf der Insel ein Hoteli führt. Noch einmal bei der Coop-Bank erfolglos versucht an Bares zu kommen.  Auf dem Institutsgelände, dessen Hinterausgang wir als „Bedienstete“ schnell zu Fuß nehmen konnten, wurde Marle fast von einem großen abfallenden Ast einer Bananenpalme erschlagen. Wir machen im Garten in einer Strohdach-Hütte kurz Rast. Nachdem uns auch ein freundlicher  Security-man die Hintertür zum Strand aufschloss, konnten wir auch noch einmal auf den ersehnten Steg.  Ab geht’s zur Fähre. Wir sind mit einer Stunde früher natürlich das erste Auto, leider müssen sie noch einen großen Schotterhaufen wegschaufeln (zu zweit) bevor die Fähre abfahren kann. Aber das waren echt flotte boys, die Fähre war da und der Haufen war weg. Nun alle rauf auf die Fähre, mit langem aufwendigem Einweisen, weil der Typ irgendwie keine Antwort gab, wohin er uns haben wollte, bis ich endlich schnallte, dass er gehörlos war und es eben üblich ist, dass man dort rückwärts auf die Fähre fährt und nicht auf dem Ding dann drehen sollte… Als alle diese Manöver fertig waren, alle Autos, Karren, Leute, Kisten, riesige Pakete etc. drauf waren, hieß es alle wieder runter, weil wir ja noch einen LKW mit Öl an Board hatten, der doch zum Tankloch musste und es zu gefährlich war, wenn er drehte, während wir auf der Fähre sind. Dass dann er dann später während der Fahrt das Schiff betankte, war egal. Alles egal, ich habe schon wieder geflucht wie ein Rohrspatz. Dafür durften wir dann später ganz oben auf der Brücke beim Kapitän mitfahren, wofür wir wiederum einen von denen mit Kisumu genommen haben, so ist das eben mit dem Geben und Nehmen hier (und kurzfristig noch einen, weil war ja noch ein Platz frei).  Super tolle Teerstraße führt uns bis zum Kisumu Airport, wo wir unsere Gäste rauslassen, weil wir noch am Airport unseren Rückflug nach Nairobi klären wollen. Wir wundern uns, dass der Parkplatz direkt vor dem Flughafen abgesperrt ist und alle nebenan auf dem staubigen Schotterplatz parken, aber Anja findet über hintenrum doch noch einen Weg und parkt direkt neben dem großen SUV. Da kommt sogleich ein Polizist angerannt, wir hätten einen großen großen , großen Fehler gemacht, wir würden auf dem Parkplatz des Präsidenten parken. Marle hatte schon wieder ein bissige Bemerkung auf den Lippen, die sie sich verkniff, weil ja jede Schlechtrede und auch nur die Frage, warum eine Person, und sei es der Präsident, so viel Fläche bräuchte wie alle anderen Fluggäste zusammen, grundsätzlich unter Strafe stand. Nun denn, wir parken also auch dahinten und gehen rein, wundern uns schon, warum da so viele Menschen einfach nur warten, auch so Gruppen in Trachten etc. , erst beim Weggehen fragen wir, was los sei, und erfahren, dass heute der Präsident in Kisumu ist und er gerade abfährt zum Flughafen. Alles klar, alles kapiert. Leider kommen wir nicht mehr weiter als wir das Gate verlassen, weil alles mit Polizei abgeriegelt ist. Elendig viele Polizeikolonnen und Starkarossen, bis es endlich weiter geht. Wir sind froh, das blöde Auto endlich wieder loszuwerden, natürlich ist die ganze Stadt völlig verstopft wegen der Sperre und wir finden nicht einmal zu Fuß unsere Lodge. Die Autorückgabe war natürlich auch Horror, weil wir mittlerweile mehr Geld ausgegeben hatten für das Auto samt Anzahlung und nun von dem Verleiher Geld zu bekommen hatten. Als der kam und das Auto holen wollte, hatte er natürlich kein Geld dabei und konnte leider auch keins direkt holen gehen. Er wollte uns zwei Kollegen schicken, wir also den Schlüssel wieder einkassiert und gewartet. Die kamen auch, wussten aber von nichts, konnten leider, leider auch jetzt den John nicht mehr erreichen, weil er gerade Auto fuhr und merkwürdigerweise nicht telefonieren konnte (wo es doch sonst kaum eine Situation bei den Kenianern gibt, in der die nicht telefonieren können). War es nun ein abgekartetes Spiel oder hatten die tatsächlich keine Ahnung. Leider glaubte Marle wieder das erstere, wurde richtig laut und hat mal wieder überhaupt nicht die kenianische Art eingehalten, alle Konflikte so lange zu diskutieren, bis eine Lösung für alle da war (wie sollte auch, wir hatten Hunger und wollten nicht länger hingehalten werden), zumindest hat es sich ausgezahlt, sie haben die 900 Shilling auf ihre eigene Verantwortung rausgerückt und dann habe ich auch noch ein bisschen  Gut- Wetter wieder machen können. Im Green Garden können wir den Tag ruhig ausklingen lassen, bei gemütlichem Ambiente und Lake-Viktoriafisch und afrikanischem Curry. Leider war dann die Lodge laut, ewiger Moschee-Sing-Sang und knallhart dünne Matratzen.
Freitag,3.2.
Schmales Frühstück im gegenüber liegenden Cafe, Rundgang durch die Stadt um: nach Fahrrädern für Hanne zu suchen, diverse Airline-büros zwecks Flugpreisen kontaktieren, Ausschau nach Mitbringseln halten. Im letzten Schatten auf der Dachterasse ein spätes zweites Frühstück mit Ananas, Mango, Peanutbutter, vermeintlichem Joghurt,….mittags Hanne treffen im “Laughing Buddha“. e-mails checken im internet-cafe, um safari-angebote zu bekommen und nicht zuletzt Reisevorbereitungsfragen von Lars abklären (oder verliebte Turtelei?)………….zieht sich alles ziemlich hin und an eine heutige Abreise ist nicht mehr zu denken. Wir wollen uns ja auch nicht unnötig selber stressen!!!!!!!! Warum nicht also nicht den Pool vom „Imperial“ genießen noch einmal im netten „Green Garden“ den Abend hier ausklingen lassen? Als Anja und Marle die facebookerei endgültig zu lange dauert pilgern sie schon einmal vor, um ungeahnt schnell zurück zu kommen (Hanne chattet immer noch), der tolle Pool war klein, überdacht, schattig, und eher eine große Bar mit kleinem Wasserbecken in der Mitte. Zum Glück erhalten wir unseren Eintritt klaglos zurück. Sonnenuntergang auf der Dachterrasse unseres Sooper-Guesthouse.  In der Nacht ungewöhnliche  Darmaktivität bei Anja…..
Samstag,4.2.
In kühler Frühe (Anja hat bereits  ausgiebig Gebrauch  von der Toilette gemacht..., Hanne und Marle haben  Laufnasen - scheinen die Kühle der Dachterrasse gestern Abend zu lange genossen zu haben…) Aufbruch zur Matatu-Station, um zum Kakamega-Regenwald zu fahren. Unglaubliches Gedränge, die Fahrer bzw. deren Begleiter „werben“ lautstark und z.T. handgreiflich um Mitfahrer, Feilschen und Verhandeln gehören zum Geschäft (gut, dass Hanne schon orientiert ist!)
Die 14 Sitzplätze werden mit locker 18-24 Personen + Gepäck, Pakete, Körbe, Wannen,… beladen. Außerhalb der Stadt beginnt der lange Anstieg in’s Hochland. Am Wegesrand steht ein völlig demolierter LKW, drum herum eine riesige Menschenmenge. Ein Beifahrer weiß zu berichten, dass dieser LKW gestern Abend aufgrund von defekten Bremsen 24 Menschen in 2 Matatus das Leben gekostet hat. Vielleicht ganz gut, dass wir gestern nicht mehr losgekommen sind…
Je höher wir kommen, umso angenehmer werden die Temperaturen, Teeplantagen ziehen wieder vorbei, die Erde wird zunehmend roter, Zuckerrohr- und Maisfelder (besser: -feldchen), imposante Felsformationen und eine recht dichte Besiedlung.
Viel früher als vermutet erreichen wir den Ort Kakamega, kaufen alle notwendigen Lebensmittel für die nächsten 3 Tage und frühstücken (auch wenn es leider „noch“ -11:00 h – keinen Kaffee gibt) im Eingangsbereich des Supermarktes, wo gerade eine Plastikgarnitur zum Verkauf steht. Alle 3 dopen sich mit den entsprechenden Medikamenten, wir nennen es unsere Invalidentour.
Ein netter Guide aus dem Kakamega Forest kommt uns abholen und zeigt uns ganz stolz unser Banda (runde Lehmhütte), das gerade ganz frisch „gesmeert“ wurde mit einem Lehm-Kuhscheiße-Gemisch (Wand und Boden sind trotz der Hitze und Trockenheit an einigen Stellen sogar noch ein wenig feucht)…Der Kuhscheißegestank haut uns fast um - dabei sind wir Kinder vom Land ja einiges an Gerüchen gewohnt!! Wir wagen innen kaum unsere Rucksäcke auf zu machen…
Feuerholz zum Kochen soll uns noch gebracht werden, die Feuerstelle im „Kitchen-Pavillion“ ist sogar luxeriöserweise auf Kniehöhe!
Hanne und Marle fallen völlig fertig auf die Betten und schlafen sogar (die Nasen sind ja zu!).  Anja erkundet die Umgebung, immer wieder erschrocken über die hageren, angepflockten Kühe, Kälber, Ziegen und Schafe, manchmal steht auch ein Lämmchen am Wegesrand, dass sich vor Hunger kaum noch bewegen kann. Dann kommt der Guide noch einmal mit seinem Kollegen. Sie setzen sich hin und reden nett, Marle flüchtet wieder in’s Bett, wohlwissend, dass  wieder eine halbe Stunde vergehen wird bis sie mit ihrem Anliegen rausrücken. Und es stimmt, wir sollten die Guidetour für morgen zahlen. Das ist ebene die kenianische Art, man fällt nicht mit der Tür in’s Haus, aber muss es so lange dauern?  Die Art ist genau das Gegenteil von den Deutschen, die es als „hinten rum“ etc. schlechturteilen würden. 
Gekocht wird abends auf offenem Feuer eine „köstliche“  Nudelsuppe, wir  hoffen, dass die Kinder der umliegenden Hütten nicht betteln kommen. Dann früh in’s Bett, weil morgen um 5 der Wecker klingelt.
Sonntag, 5.2.
Völlig gerädert aufgestanden. Nun haben wir endlich mal eine Hütte völlig in der Pampa, jenseits von allem Stadtlärm, da gibt’s  natürlich in der Nachbarschaft einen Todesfall, der auf afrikanische Art die ganze Nacht mit Trommeln und Totengesang begleitet wird. Wir schaffen es im Dunkeln, weil ja immer ohne Elektrizität und Wasseranschluss uns ein Feuer zu machen und einen Kaffee zu kochen. Dann geht’s zum Sonnenaufgang auf den Berg im Regenwald begleitet von betörendem Jasminduft. Der Bergaufstieg ist traumhaft im roten Morgenlicht, weil die Sonne nämlich  bereits  hinter der Bergkuppe im Osten aufgeht. So ist denn der anschließende „Sunrise“   auch etwas unspektakulär, weil ja nur die Sonne hinter dem Bergkamm hervorkriecht und die schöne Morgenröte längst futsch ist. Weiter zu den Wasserfällen, die auch nicht gerade riesig sind. Dort ist es immer noch sehr kühl und wir fragen uns, warum wir nicht später aufgestanden und dann zur Mittagshitze hier sind. Tiere sehen wir auch nicht sehr viel und es handelt sich bislang noch um „secondary“ Wald, erst jetzt folgt der ganz ursprüngliche „primary forest“. Der sieht schon etwas urwäldlicher aus und wir sehen auch mal ein paar Affen, mehr aber leider nicht, da haben wir uns etwas mehr erhofft durch den guide, weil es im Reiseführer extra hieß, ohne guide würde man weit weniger als die Hälfte der Tier sehen. Als kleine Versöhnung dürfen wir nun doch noch alleine im Wald spazieren und suchen in der Mittagshitze natürlich direkt die Wasserfälle wieder auf. Dort ist zum Glück keiner, so haben wir einn Riesengaudi, nackt in der Strömung zu baden, uns auf den Steinen zu trocknen und ein Picknick zu machen. Zurück, ein wenig im Touristinformation-Center plaudern und ab zur Hütte. Eigentlich war geplant, erst in Ruhe am nächsten Tag zurück nach Kisumu zu fahren, aber wir halten es nicht mehr aus. Wir überlegen kurz, noch weiter nach Norden Richtung Mt. Elgon  zu fahren, doch noch zu reiten etc. verwerfen aber das Stressprogramm, weil man hier ja nie weiß, wie lange man unterwegs ist und müssen Dienstag  Abend ja schon wieder in Kisumu sein. Wollen nur  in Kakamega noch einen Tradidional-Meal der ortsansässigen Frauen einnehmen, neben einem komfortablen Hotel, in dem wir danach absteigen wollen. Rückweg mit einem Taxi, echter Luxus. Noch kurz dem guide Patrick tschüß sagen, natürlich mit Familienvorstellung und einem Soda etc.  Leider war unsere Abendessensadresse (Lavino 2000) dann schon zu (blöder Reiseführer, kann er nicht wenigstens schreiben, dass es nur ein Mittagstisch ist…) dafür ist das  Hotel echter Luxus, gegen das , was wir vorher hatten: die Dusche funktioniert bei uns gar nicht, in den Doubleroom wurde einfach ein weiteres Bett gestellt (total eng) und ihr müsst erst die Fotos sehen, das ist selbst im Mittelklassebereich so heftig, aber wir sind ja zum Glück nicht anspruchsvoll (nur immer wieder sehr erstaunt und halten es deshalb für erwähnenswert). Mal wieder eine Bar in der Nähe, auch Sonntag abends lautstarker Discolärm bis tief in die Nacht, diesmal hat Marle kaum geschlafen (erste richtig Panikattacke in der total heißen Bude, engem Moskitonetz, Nase erkältungsbedingt  zu, Ohrenstöpsel drin, Augenklappe (weil natürlich grell hell im Zimmer) und dann beim Naseschnauben, auf einmal Panik ausbrach und die Nacht für sie vorbei war), dafür hat Anja mit Ohrstöpsel ganz gut genächtigt (Durchfälle ade).

Montag ,6.2.
zurück nach Kisumu: das erste Matatu scheint der Beladung nicht mehr ganz gewachsen zu sein, alle wieder raus und umsteigen in ein anderes. Die auf’s Dach gebundenen Rucksäcke werden zum Glück auch umgeladen. Hanne fährt weiter nach Masogo, um die vergessenen Sachen zu holen (Handy, TAN-Nummern…), Marle und Anja mit allem Gepäck zum Sooper Guesthouse. Wollen eigentlich einen Pool-Tag einlegen, um endlich mal wieder zum Schreiben zu kommen, entscheiden uns dann aber doch erst einmal für einen Stadtbummel, da die Temperaturen noch relativ angenehm sind.
Das Treiben auf den Straßen (die ganze Stadt ist ein einziger Markt, jedes Fleckchen ist mit Straßenständen bedeckt, wo alle Warten ausgepackt liegen)  ist immer wieder ein Erlebnis: verkauft wird am Straßenrand alles was man sich nur denken kann: Obst, Gemüse, Schuhe, Bekleidung (80% aus Altkleidersammlungen Europas), Fische, Eisenwaren, Haushaltsgerät, Schmuck, frische Teigwaren,….und ständig: „Jambo, how are you?“ (die freundlichste und unaufdringlichste Variante angesprochen zu werden, was ungefähr 30% aller Leute, die uns begegnen tun, auch immer ein freundliches „welcome in kenya“, aber das ist nicht immer nur angenehm, ständig antworten zu müssen). Zurück im Zimmer, kommt 2 Minuten später Hanne in die Tür: „Warum geht ihr denn nicht an’s Handy?“ Ups, das hätte ja ganz schön schief gehen können! Die Nummer des neuen Handys war falsch angegeben, so hätte sie uns lange in der Stadt suchen können.
Nun packen wir unsere Sachen und fahren zu einem anderen Hotel zum Pool. Zum ersten mal kommen wir in die wohlhabenden Gegenden der Stadt und erkennen mit welchen Sicherheitsvorkehrungen die Menschen hier wohnen. Der Pool ist eine wahre Oase und auf dem Rückweg schauen wir uns auch noch die benachbarten Anlagen an, wer weiß was uns morgen in den Kopf kommt... Gegessen wird heute indisch: ein sehr gepflegtes Ambiente und ein sagenhaftes Feuerwerk für unsere olfaktorischen Sinne!! (Marle hat sich total überfressen und Hannes Diätpläne wurden ebenfalls durchkreuzt). Dazu erleben wir unsere bisher wohl heißeste Nacht: Marle und Anja stellen sich häufiger einfach nackt vor den Ventilator. Es kühlt kaum ab nachts, was für afrikanische Verhältnisse schon echt heiß ist.
Dienstag, 7.2.
Um 5:30 h weckt uns das Handy als wir endlich einigermaßen schlafen können. Wir wollen Hippos (Nilpferde) sehen und mit einem Fischer auf den Lake Viktoria rausfahren.
Direkt am Ufer liegen in der Morgendämmerung die ersten  (und vorerst letzten) 4, was für Kolosse!!! Sie schnauben uns? verächtlich? an, tauchen mal ab und wieder auf und schwimmen schließlich davon. Alle Fischerboote sind ebenfalls auf und davon (wir Deppen von der Küste hätten eigentlich wissen sollen, dass sie viel früher rausfahren!)
Letzter Tag in Kisumu, was machen wir draus? Hanne braucht dringend neue Hosen, wir sowieso Bargeld, Obst und Taschentücher für unsere Laufnasen!!!  In direkter Nachbarschaft gibt es auch einen verlockenden Wellness-Laden…‘ne Massage täte uns dreien nach der vielen Rucksack-schlepperei (den großen hinten und kleinen vorn)bestimmt gut!
Also werden Besorgungen gemacht  und es fällt die Entscheidung, für die letzte Nacht doch noch zum besseren Hotel zu wechseln, das wir gestern schon ausgespäht hatten als wir am Pool waren.
Im Internetcafe können wir nach einer gefühlten Ewigkeit am PC endlich unsere Grußmails abschicken, Kontostände checken,…
Marle und Hanne lassen sich nun im Wellness-Laden verwöhnen, Anja geht noch einmal über die Märkte und schließlich brechen wir mit Sack und Pack wieder auf zu unserem „Luxus-Quartier“.
Es liegt auf einem Hügel , ist etwas luftiger, mit Blick auf den Lake Viktoria und hier sitzen wir nun abwechselnd an Hannes Netbook und schreiben endlich wieder unser Tagebuch oder schwimmen und relaxen!
Morgen früh geht unser Flieger nach Nairobi. Dort treffen wir dann Lars und brechen am Freitag zu unserem letzten Teil der Reise (für Marle und Anja) auf: der Safaritour in den Amboseli-Nationalpark. Endlich müssen wir nichts mehr organisieren und können uns zum Schluss einfach mal von vorn bis hinten bedienen lassen!
Der letzte Teil unserer Reise wird also in diesem Blog wohl erst erscheinen  wenn wir vielleicht schon wieder in Deutschland sind.
Für manche mögen unsere Schilderungen teilweise zu hart und verurteilend erscheinen. Aber ich / wir finden, dass wir nicht nur von den schönen Erlebnissen schwärmen sollten, sondern auch die - aus unserer Sicht – Schattenseiten eines Landes im Kontrast zu unseren Gewohnheiten benennen sollten. So wunderbar Land und Leute hier sind, aber es ist eben auch vieles very, very different. Auch im positiven, z.B. wie schön angezogen hier alle sind. Die Frauen tragen im Alltag so elegante und schöne Kleider, wie sie bei uns zu Festlichkeiten getragen werden und ich werde nie verstehen, wie sie mit ihren schicken Stöckelschuhen oder eben auch dem typischsten Alltagsschuh, dem Flip-Flop, durch die staubigen Sandstraßen gehen, ohne ständig die Füße völlig verdreckt zu haben, wie es bei uns der Fall war. Die gute Seite der kenianische Offenheit ist eben auch, schnell in Kontakt zu kommen und stets Hilfe zu erhalten, wenn sie gebraucht wird. So, nun geht die Sonne leider wieder einmal viel zu schnell unter, die schönen langen Sommerabende fehlen uns hier schon. Insofern freuen wir uns auch schon wieder auf D, aber bitte verscheucht den Winter vorher.

Dienstag, 31. Januar 2012

Das Anja-Marle-Hanne-Tagebuch

Hallo ihr Lieben,
seit dem 25. Januar habe ich Beusch von meiner wunderbaren Mama und meiner Patentante Marle, die beiden hatten sich überlegt in der Zeit mal mein Blogtagebuch weiter zu führen und so könnt ihr alles auch nochmal aus einer anderen Perspektive kennen lernen. Viel Spaß bei den ganzen "neuen" Eindrücken der beiden!!!

Mittwoch, 8 Uhr
Wir können Hanne in einem schicken afrikanischen Rock in Nairobi am Flughafen in die Arme schließen. Die Busfahrt vom Flughafen in die Stadt: durch die schlaglochreichen, staubigen Straßen der ärmeren Nebenviertel Nairobis, gesäumt von Straßenmärkten jeglicher Art, mit einer unheimlichen Dichte an Autos und Menschen auf den Straßen. Nachdem wir von Hanne durch die hektische Stadt geschleppt wurden, haben wir auch irgendwann einen Bus, bzw. ein Matatu nach Naivasha gefunden. Nach gefühlten 3 Stunden, gequetscht zwischen Gepäck und Menschen, Staub und Abgasen in der Nase, sind wir dann auch endlich losgefahren, während der Fahrt durch die Wälder des Hochlands, die Abbruchkante zum Riftvalley hinab, am Mount Longonot (Vulkan) vorbei und durch die Steppe, in ähnlichem Zustand, haben wir auch das kleine, ruhige Dörfchen erreicht, dass sich Stadt nennt (Naivasha). Mit Sack und Pack am STraßenrand ausgeladen, wurde erst einmal vergeblich versucht Travellerchecks einzulösen und es began eine lange Suche nach Barem, außerdem wurde am STraßenrand auch noch gleich firschen Obst und natürlich Wasser gekauft. Jetzt konnten wir auch endlcih eines der 125 Matatuangebote wahrnehmen, sie versicherten uns  auch sogleich los zu fahren und das taten sie auch. Allerdings nur etwa einen Kilometer, um dann lautstark und penetrant noch die Menschen von den Straßen zu einer Matatufahrt zu überreden, bis es endlich mehr als voll war (14 zugelassene Passagiere, 20 Mitfahrer und Unmengen an Gepäck, unsere Rucksäcke zum Glück im Fahrzeug und nicht auf dem Dach). Unser Traumziel hatte sogar ein freies 4-Personen-Banda für uns und lag noch schöner als wir es uns vorgestellt hatten unter den großen Fieberarkatzien, in denen kleine, freche Affen herum turnten, direkt a Lake Naivasha.Hier konnten wir schon am ersten Tag Unmengen von Vögeln und anderen Tieren beobachten und vom Hippogefährdeten Seeufer trennte uns zu Marles Beruhigung und Elektrozaun. Auch wenn die Betten ausgelegen und der Platz im Banda, begrenzt war, verschliefen wir doch eine wunderbare Nacht, mit der typisch afrikansichen Geräuschkulisse aus Vogelstimmen und Grillenzirpen als Hintergrund. Immerhin hat das Banda eine ganz luxeriöse, sogar heiße Duschen (zu Hannes Entzücken) und ein Klo mit ECHTER Spülung. Am nächsten Tag gab es richtiges ausgieibiges Frühstück auf der Veranda und dabei konnten wir die skurilen großen schwarezen Affen mit weißen buschigesn Schwänzen und Gesciht und seitlichem dichtem Haarkranz ebebenfalls in weiß beobachten. Danach ging es auf Mountainbikes ins Blaue hinein gefahren sind; einfach mal auf der Straße nach Westen. Und wie bei uns die Kühe am Straßen rand stehen, sahen wir hier Zebras, Antilopen und Warzenschweine, die alle reletiv wenig Scheu zu haben schienen. In der Mittagshitze landeten wir unerwartet am Nebensee des Lake Naivasha, an einem Schattigen Plätzchen mit Blick auf hunderte Falmingos und zwei Inselchen, die gelegentlich ihre Nasenlöcher aus dem Wasser streckten. Ein Masai trieb seine Rinderherde zum Wasserund Kinder vollführten ihre Kunstsücke, um unsere Aufmerksamkeit zu bekommen, damit sie mit Essen und Geld belohnt werden. Ausgeruht und gestärkt wollten wir nun weiter um den See Richtung Green Crater Lake, einem Vulkanberg mit See, dessen Entfernung wir aber nicht ganz beurteilen konnten. So landeten wir dann auch auf einer fürchterlich holprigen, extrem staubigen Piste in der glühenden Mittagshitze irgendwann am Tor des Crater an. Aber wir mussten ja noch hinauf, den Berg mit unseren super ausgestatteten Bikes, bei denen Marles Rad alle ersten Gänge fehlten, Anja die Knie unter dem Kinn hatte und Hannes Hintern bereits arg geschunden war, es hat sich aber gelohnt. Eine traumhafte Aussicht vom Kraterrand. Zur Umrundung des Sees ging es  natürlich wieder hinab (ohne Räder) und durch dschungelartiges Gebiet einmal um den See. Manchmal hatten wir mächtig Schiß in der Büchs, dass uns die Hippos (die an manchen Stellen nur unweit entfernt waren) zu nahe kommen würden. Zum Abschluß auf einem Pontong mitten auf dem See durften wir bei Kaffe und frischem Passionsfruchtsaft Giraffen beobachten, an der Stelle, die wir kurz zuvor gegangen waren. Zum Essen gings diesmal ins Nachbarcamp "Carnelly's", wo wir ein wirklich fabelhaftes Essen im, inzwischen schon standardisierten Wechselstil der Teller zu jedem Esser, in einem wunderschönen Ambiente genießen durften.

Freitag, 27.1.2012

Hells Gate National Park

 bei Dunkelheit schon aufstehen, ohne  Frühstück , kalter Morgen ,wir auf Mountainbikes los, unheimlicher Betrieb auf der Straße (Kinder zur Schule, viele Fußgänger, Fahrräder, Motorräder, Autos, LKWs) erreichen das Tor bei Sonnenaufgang. Wir entscheiden uns für die lange Außenroute (buffalo-curcuit), was Hanne später sehr bereut, dafür aber  grandiose Felswände im Morgenlicht, Zebras, Antilopen, Warzenschweine…und ein platter Reifen! Frühstückspicknick mit Blick auf in Nähe grasende Zebras, eine große Giraffe und viele verschiedene Antilopen (Thompsongazellen, Dikdiks, Impalas, Hartebester und vieles was wir nicht benennen können. Das neue Rad hat einen viel besseren Sattel für Hannes geschundenen Hintern. Krasse Geröllsteigungen,  Hannes Laune wird zunehmend schlechter, aber oben angekommen geniale Ausblicke mit frischer Ananas und Oma Inges letzten echten braunen Kuchen von Weihnachten (ihr mitgegebenes frisches Brot war leider bei diesem Klima schon am ersten Tag komplett verschimmelt), aber immer wieder weitere Berg- und Talfahrten bei sengender Hitze (von wegen, Anja: "die Tour führt bestimmt um die Berge herum"…). dann steil bergab, fast so anstrengend wie rauf,  unterbrochen von einer schier endlosen Ziegen- und Schafherde bei der Abfahrt.

Schließlich erreichen wir die Njorowa-Schlucht, erst einmal  Verschnaufpause, wieder einmal ein ungewollter aber schon bald dankbar angenommener Guide (ein Masaijunge) ohne den hätten wir die steilen Kraxelstellen nie überwunden, geschweige den richtigen Weg gefunden. Echte Kletterpartien folgen durch ganz schmale Felsspalten, oft keine Sonne, viele durch Vulkangestein  erhitzte  zum teil brühheiße Quellen, eine richtige Dusche bei einem Abstieg, ein tolles Erlebnis, dass wir im Nachhinein nicht missen möchten, obwohl wir angesichts der vorangegangenen Strapazen lange überlegt haben.

Spätnachmittags langsam durch die obere Schlucht zurück: die erste Büffelherde, groß und gleich neben uns auf dem Weg zur Wasserstelle, diverse Reiher, Adler, Schlangensekretäre,… und natürlich noch viel! viel! mehr Zebras, Antilopen, Schweine….

Wieder „4/5 Gänge-Menü“ auf dem benachbarten  Campsite  (Carnelly`s) und tot müde (Anja ist auf der tollen Veranda schon in den dicken Kissen eingeschlafen )danach alle totmüde  in`s Bett. Nach den Strapazen des Tages haben wir allerdings den geplanten Trip auf den Mount Longonot nocheinmal überdacht und lieber doch beschlossen darauf zu verzichten.



Samstag, 28.1.2012

Richtig schön chillig ausschlafen und in der Morgensonne die Affenherde mit ihren kleinen Mini-Jungen vorne am Bauch in den Bäumen über unseren Köpfen beobachten und nachher bei uns unten bis zum Frühstückstisch (und darauf!) während die großen unbekannten Vögel („alte Männer im Frack“) heranstolzieren und es von Vogelstimmen nur so schwirrte.

Als wir gerade die Sachen für den Tagesausflug zum Crescent Island gepackt haben, werden wir freundlich darauf hingewiesen, dass wir unsere „Banda“ räumen müßten, da sie für die nächste Nacht bereits an andere vermietet ist – wie gut, dies erst jetzt zu erfahren, da wir sonst bestimmt nicht so lange und entspannt  unter der riesigen blühenden Bouganvillia in der Sonne hätten frühstücken können. Plötzlich ging das Packen ratzfatz und da wir für’s Bezahlen erst noch  Bargeld holen mußten, haben  wir uns widerwillig ein privates Matatu aufschwatzen lassen …..

Der Weg von der Straße, wo wir ja eigentlich aussteigen wollten,  bis zum Office führte uns entlang großer Herden von Zebras, Wasserböcken, Impalas, Thompsongazellen, Gnus…. und auf der Piste stehender Giraffen, die nur sehr langsam die Straße räumen, außerdem  entpuppte er sich als ca. 3-4 km lang (wir hatten nun unser volles Gepäck dabei und es war bereits fast Mittag) manchmal muß  man wohl zu seinem Glück gezwungen werden!!

Unser  Fahrer brachte uns also glücklicherweise nicht nur  bis zum privaten Farmhaus,sondern bewachte anschließend auch  unser Gepäck und wartete bis wir die ca. 2.5 stündige Fußsafari auf dieser naturbelassenen Landzunge mit unglaublichem Rundblick und Wildreichtum beendet hatten. Wir konnten oft bis auf ca. 10 m an die Tiere herangehen obwohl sie in freier Wildbahn leben.

In Naivasha hätten wir wahrscheinlich auch noch lange nach der Matatu-Station gesucht, die oberhalb der  Hauptstraße lag. Eine solche Enge und Vollheit  ist schier unvorstellbar für europäische Orte. Die Fahrt nach Nairobi hat uns umgerechnet ungefähr 1,50 € pro Person gekostet für ca. 50 km (das Privatauto kostete zum Supersonderpreis des Camps fast 25€).

Bei allem kommt uns Hannes Erfahrungsschatz sehr zu Gute, da überall gehandelt wird und sie bereits ein Gefühl für die richtigen Preise hat und inzwischen weiß wie mit den Menschen hier am besten umzugehen ist. Sie weiß, wo wir in Nairobi am besten aussteigen, um auf kürzestem Weg zum Hotel zu kommen, ist eine kompetente Stadtführerin und hat  ein geniales Lokal für unser Abendessen ausgesucht: Äthiopisch! Ihr hättet uns sehen müssen, die erste Mahlzeit mit den Fingern und so fremdartig gewürzt, dass es ein richtiger Sinnestaumel war.

Tja, und nun haben wir einen entscheidenden Fehler begangen: wir sind rechtzeitig schlafen gegangen, da unser Bus nach Kisumu ja am nächsten Morgen recht früh starten und für mindestens 8 Std. auf der Straße sein würde. Saturdaynight in Nairobi, was waren wir bloß blöd! Taten bei dem Musiklärm die ganze Nacht kaum ein Auge zu und haben uns nicht einmal die nächstgelegenen  Discos angesehen, dabei war die Musik so genial!



Sonntag

Morgens früh 6:30 Uhr hoch, noch konnten wir in dem „Luxus“ mit Dusche und flush-toilet weilen und zum Glück wusste Hanne auch genau, dass wir es nur in einem relativ! „luxeriösen“ Reisebus der Guardian-Linie bis nach Masago schaffen würden.  Atemberaubender Blick an der Kante des Rift Valley, dort „kleben“ Verkaufsstände (mostly Schafwollmützen!) am steilen Abhang und der Bus fährt diese Route mit zwar gekonnten LKW-Überholmanövern, dass einem aber trotzdem Angst und Bange wird. Dann geht es durch die endlose Steppe über Narok, wo wir Station machten und wechselt nun  zu dem berühmten Teeanbaugebiet rund um Kericho (eine angenehme Abwechselung zu den endlosen Blumenfarmen am Lake Naivasha) – grüne Teefelder so weit das Auge reicht. Hier oben ist jetzt schon wieder alles sehr grün und fruchtbar. Von Kericho dauert es dann doch noch einmal über 2 Stunden nach Masago, da also – kurz vor Kisumu – läßt uns der Bus an einer staubigen Straße aussteigen. Die vielen schwarzen MitfahrerInnen  haben nicht schlecht gestaunt, dass wir hier mitten in der Einöde und nicht in der Stadt Kisumu aussteigen. Dann ging es auf Pikipikis weiter, wir alle mit einem kleinen und zusätzlich dem großem Rucksack rauf aufs klapprige Moped! Doch gegen den Kern von Masosgo (was auch nur die Ansammlung einiger kleiner Marktstände, wartender Pikipikis und die kleine Schule ist) scheint jetzt erst die Einöde anzufangen durch die wir auf steinigen staubigen Holperpisten fahren, vor einer kleinen ziemlich kaputten Holzbrücke absteigen müssen, über die die Mopeds  es aber irgendwie auf dem letzten heilen Brett  noch schaffen rüber zu kommen. Dann an steilen erdrutschbedingten Abgründen des Flussufers entlang auf immer schmaleren Wegen bis zum Compound von Aloyce und Florence. Wir werden sehr herzlich begrüßt von den beiden und von zig Kindern, deren Namen wir uns kaum merken konnten. Jetzt kommt der echte Kulturschock. Wohnhaus ist eine Lehmhütte mit Lehmfußboden und drei angehängten „Zimmern“, steht Bett drin sonst nichts, auch in dem Schlafraum der Eltern und Kinder nur eine kleine Wanne mit Wäsche plus den Nahrungsvorräten, für die die Räume außerdem da sind. Die Nachbarhütte ist die Küche, dort wird jetzt das berühmte Chicken mit Sukumawiki (Kohlrabi-Grünkohl-ähnlichen Blättern) mit Ugali und Kartoffeln gekocht. Dieses Gästemenü ist obligatorisch für Visitors.  Wir helfen  Florence, die Küche ist kahl, nur ein Minitisch, gearbeitet wird sowieso alles auf dem Fußboden, Hühner gehen überall ein aus, zwei brüten auch in der Küche und alle übernachten dort in einer Ecke hinter einer Bambusmatte. Es gibt nur eine Feuerstelle, das Huhn wird nebenbei geschlachtet und ausgenommen, es wird alles verwertet, Därme gewaschen und um die Füße gewickelt, kriegen dann die Kinder.  Eine brüllende Hitze, alles verräuchert, total dunkel, nur ein kleines Öllämpchen und wir versuchen den Anweisungen Florences zu folgen. Scharfe Messer gibt’s nicht, Bretter zum Schneiden auch nicht, aber Sukuma  bitte sehr klein und fein schneiden aus der Hand. Anja und ich dachten das gibt es nicht, aber alles ist wahr. Endlich um 21:00 Uhr ist fast alles fertig. Im Wohnhaus wird aus dem einzigen Schrank (kleine Komode), in dem alles (ich mein ALLLES!!!) aufbewahrt wird, werden Plastikteller geholt und die Gäste zuerst bewirtet. Alle, vor allem die Kinder, sind bereits tot müde, müssen aber warten, denn sie sind als letzte dran, während, Florence versucht, das magere Huhn auf über zehn Personen aufzuteilen, mir wird vor schlechtem Gewissen ganz schlecht…  nun müssen wir wieder mit den Fingern essen, aber anstelle der fladerigen-schwammartigen Fladen, die wir beim Äthiopier als „Besteck“ hatten, müssen wir nun aus Ugali in einer Hand einen dicken Kloß kneten und mit dem Daumen ein Loch darein drücken, mit dem wir die Soße aufnehmen können (von der haben wir natürlich viel zu viel und die Kinder nur noch spärliche Reste…).  Wir fallen danach wieder tot müde ins Bett, in dem „Gästeraum“ in dem sonst die Jungen schlafen, die nun mit einem weiteren Mädchen (Aloyce Nichte wurde aufgenommen) auf dem Küchenfußboden schlafen.



Montag

Morgens geweckt total früh von Hahnengekrähe und einem ewig snoozenden Wecker. Dann Frühstück mit süßem Milch-Tee und ab wieder auf Pikipikis mit Hanne zur Schule. Dort angekommen eine große Begrüßungszeremonie. Die Kinder müssen singen, auch die Nationalhymne wie jeden Montag und Freitag während die Flagge gehisst wird. Der Schulleiter geht mit dem Stock durch die Reihen und schaut ob die Haare nicht shaggy (struppelig) sind und die Kleidung sauber ist. Letzteres ist bei dem totalen Staub, der überall ist, sehr,  sehr  schwer, daher müssen die Kleider schon nach einem Tag gewaschen werden (was das bedeutet erfahren wir am nächsten Tag…), außerdem sind sie total durchgeschwitzt. Eine sengende Hitze vor und in den kleinen Wellblechhütten, die aneinander gereiht die Schule darstellen. Es ist erbärmlich zu sehen, was hier Schule heißt, was uns auch in einen Konflikt mit Hanne führt, weshalb sie nachher total niedergeschlagen ist. Aber es ist so grausam zu sehen, wie schrecklich nicht nur die Schulausstattung ist (es gibt ganze drei „normal“ Holzstühle, die Schule hat einen kleinen Holzschrank, Kinder sitzen eng gedrängt auf „Schulbänken“, wogegen die bei uns aus den 30iger Jahren echter Luxus waren. Nicht mal das kleine Heft passt auf das schmale Brett.  Dann  müssen sie  in dem Heft immer noch einmal die Seite mittig mit einem Strich durchteilen, warum auch immer. Auch die Kids, deren Haare shaggy und Kleidung nicht sauber ist, werden geschlagen. Wir müssen durch alle Klassen, überall singen oder Poems, Vorträge, vorstellen u.s.w., schrecklich bei der Hitze. Wir wollen nur noch weg. Die Lehrkräfte wollen unbedingt Unterricht im Halb-Stunden-Takt halten, obwohl alle nie mit der Zeit hinkommen, um  genau zu erklären, und dann auch noch die Aufgabe an die Tafel zu schreiben, abschreiben zu lassen, geschweige denn zu sehen, ob sie verstanden wurde. Dann Aufgaben machen, solange kann man die Kids ja gut alleine lassen und nach draußen gehen, da ist es im Schatten wenigstens etwas luftiger. Danach wird nur stumpf im Heft geprüft, ob die Aufgabe richtig ist oder nicht, die Lehrerin sitz dabei auf einem kleinem Plastikkinderstuhl vor der Tür im Schatten,  beaufsichtigt ihr eigenes kleines Kind und gibt herablassend mit miesen Kommentaren den Kindern die Hefte zurück ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Schrecklich.  Es gibt immer mehr Dinge, die wir einfach nicht verstehen und uns fragen, warum nur, so wie es Hanne auch oft geht, schon am nächsten Tag kommt sie nach Hause und regt sich zu recht auf, weil nun die guten Kinder geschlagen wurden weil sie sich nicht verbessert haben…  Oh je und dann haben natürlich die Lehrkräfte das Lunch frei, aber die Kids müssen es bezahlen, oder aber ohne Essen bleiben und das schon seit früh morgens um 6:30. Ihr Frühstück besteht dabei  nur aus dünnem süßem Tee mit Milch und das lunch kommt meist erst am Ende der Pause gegen 14:00 Uhr. Die „Klassenzimmer“, sind nur durch halbhohe Pappwände voneinander getrennt, es gibt kein „Lehrerzimmer“ außer einem Miniraum mit einem kleinen Pult und Stuhl.  Elendig lange Gespräche müssen wir über uns ergehen lassen, was sie alles noch vorhaben an Verbesserungen mit der Schule und der Schulgründer  (Lehrer an einer anderen Schule) kommt trotz Malaria zu uns und versucht Geld locker zu machen, auf eine freundliche und noch zurückhaltende  aber doch irgendwie blöde Art.  Und trotzdem kann man es ihm nicht verdenken.  Wir halten einfach nicht durch bis zum lunch, zu dem wir eingeladen sind, und verabschieden uns ab mittags.  Natürlich sollen wir bleiben, und essen und morgen wieder kommen und überhaupt jeden Tag. Irgendwie ist mir diese übertriebene Gastfreundschaft unangenehm. ..  Ab auf die Pkikipikis und zu Hause gleich mit Kopfschmerzen und müde zum Mittagsschlaf ins Bett. Danach sieht die Welt schon anders aus. Wir gehen Waschen: alle Wäsche ab zum Fluss tragen und dort in drei Schüsseln waschen. Das war lustig, endlich kühles Wasser an den Füßen. Neben uns die Kinder und Frauen waschen sich auch selbst und dann können wir auch nicht widerstehen und waschen uns im Fluß, oh ist das schön.  Dann alles zurück tragen und auf die Leine. Abends gibt’s Bohnen und Reis (weiteres Gemüse ist sowieso Luxus). Warum sie hier nicht mehr Gemüse anbauen, erklärt Aloyce mit dem Wetter , weil sie es probiert haben, aber alles zu trocken wird. Warum nicht an besseren Bewässerungssystemen vom nahegelegenen Fluß arbeiten, ist uns schleierhaft.



Dienstag

Das Auto, dass wir uns mieten wollen kommt   – zum Glück – erst abends, so haben wir einen entspannten Ausruhtag. Erst schöner Spaziergang am Fluss, bei dem aber jeder Dorfbewohner einem ein Gespräch aufschwatzt. So gehen wir ziemlich schnell zurück, auch weil Marle Magenkrämpfe hat und der Weg zunehmend undurchsichtiger wird. Wir helfen Florence, Wasser vom Fluss zu holen und spülen mit ihr, natürlich auch auf dem Fußboden, aber glücklicherweise draußen im Schatten. Es wird immer heißer und windiger, der macht eine so staubige Luft, dass Marle mit Linsen kaum noch gucken kann. Hanne früh aus der Schule wieder da und Anja und Marle planen ihre Tour für die nächsten Tage und schreiben endlich mal das blog-tagebuch.            

Sonntag, 8. Januar 2012

Erste Schulwoche


Hallo ihr Lieben,
seit einer Woche läuft nun die Schule schon wieder, doch hier gehen sie das doch sehr ruhig an. Eine Lehrerin ist noch auf einem Computerkurs und ein anderer hing bis Freitag wegen Geldmangel für die Rückfahrt in Mombasa fest. Auch einige Schüler fehlen noch. Und so können wir an der sowieso schon unterbesetzten Schule kaum wirklich unterrichten, da wir ohne die anderen Lehrer auch die Stundenpläne noch nicht besprechen können. Wir haben zum Start des neuen Schuljahrs auch einige Neuzugänge bekommen und so quillen die Klassenräume langsam über. Dass es an unserer Schule ja nun auch noch eine neue Klassenstufe gibt, die Klasse 6 (irgendwo musste ja die alte Klasse 5 hin^^) hilft der Situation nicht gerade. In den ersten Tagen waren die beiden schülerarmen Klassen 5 und 6 noch zusammen in einem Klassenraum, doch da man die schlecht zusammen unterrichten kann, wurden nun die beiden Babyklassen zusammen gesteckt ( es gibt in der Vorschule drei Klassenstufen Babyclass, Nursery und Preunit) und so stecken nun 60 Kleinkinder im Alter von 3-4 Jahren in einem Raum.
Neben dem Bau eines neuen Raums sind auch einige andere Projekte vom Managment geplant, so sollen ein paar Schaukeln und Wippen aufgestellt, die Schulküche aufs Schulgelände versetzt und der Wassertank (der quasi immer leer ist) durch einen größeren ersetzt werden. Dafür sind auch ein paar Harambes (Spendensammlungen) geplant. Ich finde es ziemlich gut wie wenig konservativ unser Managment zu der Wichtigkeit von Spaß in der Schule steht und versucht ihn in den Pausen zu integrieren. Auch das es ein Schulessen gibt ist sehr wichtig für die Kinder, denn wenn der Unterricht bis um 5 Uhr am Nachmittag geht und sie nichts essen, würde die Konzentrationsfähigkeit drastisch nachlassen. Leider ist das auch immer noch der Fall, denn das Essen ist für viele Eltern zu teuer (es kostet pro Kind ungefähr 16 Euro pro Term, ein Term ist 3 Monate lang). Ich würde auch gerne ein paar neue Bücher für die Kinder anschaffen, denn in jeder Klasse haben eigentlich nur 1 oder 2 Kinder eins und das erschwert das Arbeiten und Unterrichten und sorgt für eine Verzögerung. Wenn ihr etwas an diesen Umständen ändern und den Kindern helfen wollt, freuen die High Rise Academy, die Kinder und ich uns über Spenden mit folgenden Stichworten auf mein Konto sehr: Lachfalsh (für Schaukel), Löwenbabyfütterung (für das Schulessen), Unterrichtsmaterial und Bildungs- und Förderungszentrum (für Klassenraum), ihr könnt euch gerne auch eigene verständliche Stichwörter ausdenken, um mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern^^. Die Spenden für das Essen würden den monatlichen Beitrag der Eltern entsprechend verringern und hoffentlich dazu führen, dass mehr Eltern ihre Kinder zum Lunch in der Schule lassen.
Ich versuch euch mit den Bildern, die ich ab und zu hochlade möglichts alles zu zeigen, was mein Leben hier ausmacht, wenn ihr trotzdem noch Fragen oder Wünsche nach Beschreibungen oder Fotos von bestimmten Orten oder Situationen habt, dann schreibt mir einfach.
Ich verschwinde vorerst mal wieder im afrikanischen Busch…
Bis bald!

Sonntag, 1. Januar 2012

FROHES NEUES

Hallo ihr Lieben,
ich wuensche euch allen ein wunderbares neues Jahr 2012!!! Ich hatte zusammen mit den anderen deutschen Freiwilligen und einigen Oestereichern einen sehr lustigen und ziemlich guten Rutsch, ich hoffe euch erging es aehnlich.
Ich habe mein Impressum aktualisiert und ihr koennt dort nun meine neue Kontonummer finden, fuer den Fall, dass ihr mich bei meinem Projekt unterstuetzen wollt.
Vielen Dank und alles Gute
eure Hanne