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Samstag, 7. April 2012

Donnerstag, 5. April 2012

Gute Vorsätze

Um meinen guten Vorsätzen auch gerecht zu werden...
Heute war ich ganz normal in der Schule, es werden gerade Examen geschrieben, desswegen gibt es nicht so viel zu tun. Meine Matheklasse (5) hat so krass gut abgeschnitten, dass ich die Hälfte des Tages einfach nur ein Dauergrinsen im Gesicht hatte. All Schüler hatten Ergebnisse zwischen 72 und 92 Prozent!!! Auch meine Englischklasse aht mcih nicht enttäuscht und gut abegeschnitten. Da es heute echt schwül war hatte ich leider auch starke Kopfschmerzen. Morgen und Montag haben wir wegen Ostern keine Schule und nächsten Donnerstag wid sie für die Osterferien geschlossen. Den Rest des Aprils habe ich dann also frei. Was ich genau mache weiß ich noch nicht, aber ich wollte nochmal nach Nairobi. Diese Wochenende werde ich nach Kisumu und zu zwei anderen Freiwilligen nach Sega fahren...
Bis bald
eure Hanne

Die letzten Monate Sorry für die Verspätung


Hallo ihr Lieben,
erst einmal tut es mir Leid, dass ich mich über einen so langen Zeitraum nicht gemeldet habe. Ich werde versuchen die Zeit hier so gut wie möglich auf zu arbeiten, doch irgendwann wird einem doch langweilig. Ich hoffe es ist ok, wenn ich mir nicht ganz soviel Mühe gebe und dafür in der näcshten Zeit wieder mehr schreibe. Dazu müsst ihr wissen, dass ich gerade in dieser Zeit einen Tiefpunkt hatte, den ich euch nicht spüren lassen wollte, also seid bitte nicht geschockt, wenn ihr das lest, denn jetzt geht es mir wieder gut. Mein Mutter und meine Tante hatten ja bis zu unserem Flug nach Nairobi geschrieben. Schon als die beiden bei mir in der Schule und in der Gastfamilie waren, fiel meine Stimmung drastisch. Durch die Fragen und Kommentare der beiden, habe ich realisiert wie unwohl ich mich eigentlich gefühlt habe. Ich bin immer so schnell wie möglich aus der Schule gekommen und habe mich auch bei der Gastfamilie sehr zurück gezogen. Ich war die ewigen Diskussionen ums Schlagen und die sture und nahezu dumme Argumentation der Lehrer so satt, ich war es satt als eine Vollzeitlehrerin behandelt zu werden und unter dem Druck zu stehen diese Erwartungen zu erfüllen, ich war es satt, dass meine Projektpartnerin sich überhaupt nicht für mich interessiert hat und ich quasi völlig allein war, ich war es satt ständig mit ihr und ihren super Sprachkenntnissen verglichen zu werden und ich hatte ziemliches Heimweh. Natürlich kamen dann jeden Tag noch andere Kleinigkeiten dazu, sodass ich als Mama und Marle hier waren, ziemlich zusammen gebrochen bin und nur mit großer Angst auf die zweite Hälfte des Freiwilligendienstes schauen konnte. Eigentlich wollte ich am liebsten mit den beiden nach Hause. Als wir dann wieder nach Nairobi gefahren sind um Lars abzuholen, war es für mich wie eine Flucht aus dem Projekt heraus, ich war froh endlich weg zu kommen.
Die restliche Zeit mit meiner Mutter und meiner Tante und später auch mit Lars konnte ich trotzdem sehr genießen. Bitte denkt nicht, dass das alles total bescheuert war und mich nur herunter gezogen hat. Gerade die Gespräche etc. haben mir geholfen aus dem Loch wieder heraus zu kommen.
In Nairobi habe ich dann Lars vom Flughafen abgeholt und wir haben uns noch zwei schöne Tage in der Stadt gemacht, an dem einen (mit der langen Suche nach dem Matatu) haben wir eine Kaffeeplantage in der Nähe der Stadt besucht. Nahe der Plantage gibt es eine Art Park mit Ponyreiten (arme abgemagerte Tiere), Kamelreiten (das Tier haben wir gesehen, aber reiten ließ uns keiner) und einem wunderschönen Wasserfall, mit einer dahinterliegenden, durch enge Tunnel zu erreichende natürliche Höhlen, in der sich in unruhigen Zeiten Rebellen versteckt haben. Durch ein schluchtartiges Tal schlängelte sich der kleine Bach dann bis zu einem See auf den man sogar raus rundern konnte. Lars war an dem Tag ziemlich geschafft durch das heiße Wetter (es war sein erster Tag) und hat sich auch sofort einen Sonnenbrand geholt. Doch Mamas Aktivität konnte nichts bremsen, nach der kleinen Kletterei ging es gleich weiter, die Produktion von Kaffee anschauen und welchen kaufen. Auch wenn wir sie so manches Mal verflucht haben, war es doch ein verdammt schöner Tag.
Kurz danach ging es los in den Amboseli Nationalpark, morgens um sieben wurden wir von unserem Fahrer abgeholt und nach einem einstündigen Herumirren des mombasanischen Fahrers hat er dann auch den Weg aus der Stadt gefunden. Ungefähr 7 Stunden sind wir durch die weite afrikanische Savanne gefahren, wobei diese in den letzten zwei Stunden von dem königlichen Gipfel des Kilimanjaro gekrönt wurde, der durch die Wolken schaute. Die letzten 20 Minuten der Fahrt haben wir auf einer Schotterpiste verbracht, auf der uns durch alle Ritzen des Matatus (und das waren viele) feiner Sand in Mund und Nase quoll. Doch dann waren wir auch „schon“ da. Unsere Lodge lag quasi direkt vor dem Tor des Nationalparks und war wunderschön. Zur Begrüßung gab es erst einmal ein kühles, feuchtes Handtuch und einen frischen Fruchtsaft. Untergebracht waren wir in Luxuszelten, die mit zwei Betten, Waschbecken, Dusche und Toilette ausgestattet waren. Und stellt euch vor: es floß sogar Wasser. Die bequemen Stühle an der offenen Bar und im luftigen Speiseraum waren mit den schönen roten Masaistoffen bezogen, es gab zum Essen internationale und afrikanische Küche und dazu immer frisches Obst und im Pool habe ich mich nach den letzten 4 Monaten endlich wieder richtig frisch gefühlt. Am nächsten Tag ging es dann schon vor Sonnenaufgang los um genau den im Park beobachten zu können. Im Park konnte ich dann endlich all die Tiere sehen, die ich vorher schon so schmerzlich vermisst habe. Es gab riesige Elefantenherden, Hyänen sprangen vor uns über die Straße, nach einem Mataturennen (ca. 20!!! von denen rasten zu einer Stelle) lief eine Löwin gelangweilt, keine 5 Meter vor dem ersten Wagen, über den Weg und ein Stück weiter, wo etwas höheres Gras stand um dort ihre herausspringenden 3 Jungen zu begrüßen, beim Lunch konnten wir von einem Hügel aus Tierherden zu dem Fluss und seinem breiten grünen Ufer ziehen sehen, Hippos, Giraffen, Gnus, Büffel, Antilopen… In der Mittagshitze konnte man auch toll Windhosen  beobachten, die sich überall in der Ebene wie Säulen aus Sand in den Himmel erhoben, anschwollen, nur um dann ganz plötzlich zu zerreißen und innerhalb von Sekunden komplett zu verschwinden.
Am nächsten Morgen ging es nach einem gemütlichen Frühstück auch schon wieder los. Es war wirklich schön, dass mal gesehen zu haben, aber mehr als einmal muss man es nicht gemacht haben. Die Touren mit Mama und Marle auf Fahrrädern fand ich doch deutlich schöner, auch wenn man da vielleicht nicht ganz so viele Tiere sieht.  Allerdings tat mir der Luxus schon sehr gut, ich meine man hat schon ein kleines schlechtes Gewissen, aber ich denke ich hab es mir dann doch irgendwie auch verdient^^. Wir sind nur ein Stück nach Nairobi gefahren, bis nach Emali, dort haben wir Mama und Marle in ein Matatu verfrachtet. Nach dem wir ewig auf eins gewartet hatten, musste dann als es da war plötzlich alles ganz schnell gehen, etwas zu schnell für mich, so war ich auf dem Rest der Fahrt nach Mombasa doch recht niedergeschlagen. Weitere 6 Stunden ging es nun nach Osten und nach der Zeit konnte ich es kaum erwarten nach der nächsten Hügelkette das Meer zu sehen. Es waren verdammt viele Hügelketten und das Meer hab ich erst gesehen, als es direkt neben mir war, als wir nämlich über die Brücke auf die Mombasa-Insel gefahren sind.
Lars und ich habe zwei Tage in Mombasa, als Stadt verbracht, uns das Fort Jesus (ein altes und wunderschönes Portugiesenfort) und die italienisch anmutende Altstadt angeschaut und geschwitzt. Ich dachte ja Kisumu wäre warm, aber Mombasa hat es noch weit übertroffen (Mama und Marle: ihr hattet keinen Grund euch über Temperaturen zu beschweren^^). Wir haben die Mittagszeit immer möglichst im Hotelzimmer mit der aus 17°C eingestellten Klimaanlage verbracht. Nach dem Aufenthalt in der Stadt ging es ca. 40 Kilometer nach Süden, an den Diani Beach. In einem kleinen „Camp“ haben wir ein billiges und kleines Zimmer mit Bad bekommen, dort wollten wir uns ja eh nicht viel aufhalten, denn es waren nur 100 Meter runter zum Strand. Weißer Sand, Kokospalmen, blauer Himmel, türkieses Wasser mit kleinen, hölzernen Fischbooten. Es war wirklich wunderschön. Am nächsten Tag haben wir uns auch gleich Schnorchel gekauft und Flossen geliehen und uns in der Mittagshitze 2 Stunden lang in der ruhigen Unterwasserwelt verirrt… und uns natürlich sofort verbrannt. Ich wurde aufgrund meiner schon ein wenig gebräunten Haut geschont, doch Lars kalkweißer Rücken hats voll erwischt (nun krebsrot). Dementsprechend schauten wir der vorschnell für den nächsten Tag gebuchten Schnorchelexursion skeptisch entgegen. Letztendlich haben wir sie doch gemacht und ich fand sie echt schön: es ging eine Stunde lang an der Küste nach Süden (leider in einem Matatu) und im Hafen des kleinen Fischerdorfs Shimoni auf eine Dhou (ein Segelboot zum Fischen). Wir waren nicht allein, es waren noch ein paar Franzosen und nervige Italiener dabei, aber es war auszuhalten ;) Vor der Küste lag das Wasini Island und in der Passage zwischen Insel und Festland konnten wir kleine Delfinherden beobachten, die uns ab und zu ihre Finnen haben sehen lassen (zum Thema nervige Italiener: FLIPPA FLIPPA). Leider haben wir keine Segel gesetzt, sondern sind mit Motor gefahren. Auf dem Weg zum Marine Nationalpark gings an kleinen Inselchen vorbei, die, wie auf dem Kopf stehende Dreiecke, aus dem Meer schauten, da das Wasser ihre Küsten so ausgehöhlt hatte. Im Marine Park, einem Korallenriff konnten wir eine Zeit lang quer über das Riff tauchen und u.a. die Bekanntschaft mit Nemo und Dori und blauen (!!!) Seesternen machen. Auf dem Wasini Island gab es ein leckeres Lunch (Krebs und Fisch, Seegras und komische Wurzeln, Chapati und Kokossoße. Auf einem Gang über Teile der Insel (7 km lang, 5km breit) konnten wir eine Wiese mit Korallen darauf bestaunen. Früher lag der Meeresspiegel höher und als er sank hat er diese Überreste hinterlassen. Noch heute wird das Gebiet teilweise von der Flut überschwemmt, darum wachsen zwischen den abstrakten Formen Mangroven und das bereits verspeiste Seegras. Es war trotz der Sonne (Lars war im T-Shirt tauchen) ein echt tolles Erlebnis.
Leider ging auch die Zeit am Meer viel zu schnell vorbei und unsere Reise zurück nach Kisumu stand vor der Tür. Es sollte ein Horrortrip werden. Doch zuerst ging es nach Mombasa zurück. Dort habe ich endlich auf einem Markt, die von Mama auf der ganzen Reise so schmerzlich vermisste Gewürze gefunden. Eine ganze Zeit musste ich mit dem Inder um den Rieseneinkauf handeln, während Lars langsam anfing zu drängeln, denn ihm wurde alles Mögliche angedreht. Es fing an mit Macadamianüssen und endete bei Drogen^^ Inzwischen hat meine Mama die Sachen auch bekommen und es hat sich wohl gelohnt (sind die Tongabohnen bei dir angekommen Marle? Ich habe den Indern durch den halben Markt gejagt, weil ich die unbedingt wollte^^).
Abends ging es dann in den Bus nach Kisumu, vor uns lagen 15 Stunden Busfahrt und wir Trottel haben vergessen unsere Pullover mitzunehmen. Glaubt mir es war wirklich bescheuert, du sitzt da um 10 Uhr abends und frierst und weißt genau, dass es noch die ganze Nacht so weiter geht. Und diese blöden Busse haben echt verdammt viele Ritzen, Spalten und klemmende Fenster durch die es durch zieht. Naja, in Nairobi wollten wir schauen, ob wir ans Gepäck kommen, doch dummerweise hab ich es verschlafen und Lars hat sich dort auf der Toilette so krass den Finger aufgeschnitten, das er bei der Suche nach irgendeinem Erst-Hilfe-Kasten und der Kraftanstrengung nicht zu verbluten, leider nicht mehr dran gedacht hat (ich habe auch die Katastrophe verschlafen, aber es war ungefähr die einzige halbe Stunde in der ich Schlaf gefunden habe). Hinzu kam noch, dass wir uns beide in den letzten Tagen mit irgendwas den Magen verstimmt hatten und der blöde Bus eine Strecke genommen hat, die verdammt schlecht ausgebaut war (jaaa es gibt hier nämlich von Großstadt zu „Großstadt“ auch gute Straßen). Gegen 7 Uhr morgens sind wir in Kisumu angekommen und haben erst mal was gefrühstückt und uns in dem zum Restaurant gehörenden Hotel erstmal frischmachen dürfen. Da konnte ich mich auch erstmal richtig um Lars‘ Finger kümmern. Wir mussten dann noch auf Father Ben warten, denn der wollte noch etwas mit mir wegen Visa klären. Gegen Mittag konnten wir dann endlich Richtung Masogo abzischen und dort völlig fertig, aber erleichtert ins Bett kippen. Später wurde beim Kochen geholfen und Lars hat erstmal wunderbar mit meinem Gastbruder Tonny Fußball gespielt. So gehört sich das schließlich in Afrika…
Wir sind an einem Dienstag nach Hause gekommen (21.02.) und am Mittwoch ist Lars dann auch schon mit mir in die Schule gekommen und hat alle kennen gelernt. Viel zu tun gabs in der Zeit nicht, die Midterm-Examen geschrieben wurden. Am darauffolgenden Wochenende sind wir wieder zu Julia und Johannes, den zwei anderen Kolping-Freiwilligen nach Nyang’oma gefahren. Die Jungs waren Fußball spielen, es wurde Gekocht, Musik gehört (wir wollten von Lars doch schließlich wissen, was denn zuhause grad so lief), Filme geschaut, Volleyball gespielt, Kokosnüsse wurden geerntet usw. In der nächsten Woche musste ich erneut durch ein Tief, ausgelöst durch einen Vorfall der mich einfach tierisch wütend gemacht, da er für soviel steht, was hier manchmal falsch läuft. Die Kinder hatten ein Examen geschrieben und ich habe wie immer nochmal durchgesehen, ob denn auch der Lösungsbogen stimmt und sich nirgendwo im Frageblatt Fehler eingeschlichen haben. Ich habe doch noch einen gefunden, dabei sollte der Bogen eigentlich bereits von der Aufsichtsperson gecheckt worden sein. Alle meine Schüler hatten die Frage richtig beantwortet, aber die Punkte dafür nicht bekommen. Ich habe es korrigiert und nach den Listen gefragt, um sie zu verbessern. Ich durfte es nicht, denn die Listen seien bereits kopiert worden, den Aufwand können ich jetzt nicht mehr machen. Damals hat es mich tierisch wütend gemacht, den oft sind es nur ein paar kleine Punkte, die entscheiden ob ein Kind geschlagen wird oder nicht. Ich habe mich so hilflos gefühlt, so einsam, so unverstanden. Ich meine als Lehrer will man doch, dass die Schüler gut sind und ich finde man sollte ihnen alle ihre Punkte auch zugestehen. Auch meine Standpauke wieso denn niemand den Bogen kontrolliert habe, stieß auf taube Ohren. Während mir vorher immer gesagt wurde, ich müsse als die Aufsichtsperson in irgendeinem Examen AUF JEDEN FALL die Bögen kontrollieren, hieß es nun plötzlich NEIN WIE KÄME ICH DEN DARAUF, das ist doch Aufgabe des Fachlehrers (in diesem Falle ich). GRRRR! Ich habe mich im Office eingeschlossen und musste erstmal heulen. Natürlich habe ich damals völlig überreagiert, auch aus anderen Gründen (Übermüdung, die Einsamkeit, das Heimweh, die Enttäuschung über mich selbst, darüber eigentlich weg zu wollen, alles zusammen). Das hat auch dazu geführt, dass ich schon wieder recht schnell geflohen bin. Julia und Johannes wollten vor unserem Zwischenseminar in Tansania noch ein paar Tage nach Nairobi und Lars und ich entschlossen kurzfristig sie zu begleiten und so sind wir am Mittwoch schon wieder losgefahren. Von dem Vorfall habe ich mich aber schon vorher wieder abgeregt. Ich war zwischendurch bei Mildred (einer Shopkeeperin aus Masogo) und Elisha  zum Lunch und konnte wunderbar mit denen reden, auch Lars hat mich beruhigt und mir Mut gemacht. Inzwischen bin ich fast immer in der Mittagspause bei Mildred und sie ist mir eine wunderbare Freundin geworden, mit der ich einfach ständig nur lachen muss.
Also in Nairobi wurde gegessen, geshoppt, gegessen und geshoppt^^ Es gibt dort echt ganz schöne, günstige Kleidung und ach ganz gutes Essen, wenn man weiß wo. Bei einem echt coolen Äthiopier, ich glaube er wurde schon löblich erwähnt, wurde zusammen was getrunken und auch mal Shisha geraucht, auf dem Souvenirmarkt die ersten Mitbringsel für Zuhause gekauft (Lars musste sie dann nach Deutschland schleppen) und wir haben uns auch den Luxus gegönnt, das berühmte Carnivore zu besuchen. Letztendlich ein Nobelgrillhaus: Zur Vorspeise Suppe mit Brot und dann wurde dir eine Platte mit Soßen auf den Tisch gestellt, in regelmäßigen Abständen kamen Köche mit heißem Fleisch auf einem Spieß frisch vom Grill vorbei und haben es dir direkt auf den Teller geschnitten und die dazu gedachte Soße gewiesen. Doch das Besondere kommt noch, es war nicht nur Huhn und Schwein: es gab auch Rind, Lamm, Ochsenhoden, Strauß und Alligator in allen möglichen Varianten. Wir haben uns wirklich ordentlich überfressen. Das im angegebenen Preis leider keine Steuern enthalten waren, gab allem irgendwie schon einen bitteren Nachgeschmack, doch es war es schon echt wert!!! Abends wollten wir noch einen Club aufsuchen und nachdem wir durch zwei relativ leere Bars gestreift waren (Donnerstag abend) haben wir doch noch einen gefunde… und wurden aufgrund von Flipflops an den Füßen nicht rein gelassen^^ Am Sonntag ist Lars dann leider auch schon wieder nach Hause geflogen und ich musste am Montagmorgen nach Tansania aufbrechen. Am späten Nachmittag habe ich dann Julia und Joahannes in Moshi wieder getroffen (die hatten Nairobi für eine Safari früher verlassen) und mit denen sind wir dann auch zu meinem Gastvater Alyoce, zwei Tansanies und unserer Kolping-Seminarleiterin Linda (recht blass^^ frisch aus Deutschland) gestoßen. Unsere Unterkunft war ein nettes, sauberes und groß angelegtes Guesthouse mitten in Moshi. Das Seminar fing erst am Dienstagnachmittag an und so konnten wir noch ein wenig durch die Stadt streifen und gegen Mittag auch die anderen Freiwilligen aus Tansania begrüßen und uns mit ihnen Austauschen. Ich werde hier nicht groß auf das Seminar eingehen, es hatte sein Hoch- und Tiefpunkte, gerade Reflektionen haben mich natürlich nur noch trauriger gestimmt, aber ich konnte mich mit den anderen austauschen, neuen Mut, Kraft und Ideen sammeln, mich mit Lotte aussprechen etc. Wir waren an einem Tag auch noch in einem Waisenhaus, relativ sinnfreie Aktion, ein paar Hilfsgüter vorbeigebracht und auf Zwang eine Stunde mit den Kindern gespielt, doch immerhin ist dabei mein schönes neues Facebookprofilbild entstanden. Zwischendurch haben wir mit den Freiwilligen aus Fiji geskypt, da es dort wohl ein paar Probleme gab und die kein richtiges Zwischenseminar hatten. Ein guter Freund von mir dort hat leider auch abgebrochen und so habe ich auch privat noch mit denen sprechen können. Das tat echt gut, denn die konnten mich mit meinem Heimweh doch um einiges besser verstehen, als die meisten der Afrikafreiwilligen. An einem Tag ging es natürlich auch in Moshi tanzen und am Sonntagmittag ging es mit allen Kenianern wieder zurück nach Kisumu. Ich habe von meinen Tansaniareiseplänen abgesehen, um nicht noch länger aus dem Projekt zu verschwinden, denn langsam wurde es dreist und ich wollte doch schließlich auch was erreichen. Auf der Busfahrt hatte ich diesmal einen Pullover dabei und gegen 6 Uhr morgens sind wir in Masogo angekommen. Lotte ist doch tatsächlich sofort in die Schule gegangen, doch dazu reichte auch meine neu getankte Kraft nicht… ich bin ins Bett! Später standen dann Hausarbeiten an, wie z.B: Waschen, kochen, abwaschen, aufräumen, fegen etc. Noch am selben Nachmittag kam eine Mitfreiwillige aus Lottes Workcamp und so kam es das ich auch nun nicht viel von ihr sah^^ In der Schule kam schnell der Alltag zurück mit Unterrichten, Vorbereiten, Plakate malen. Ich habe Mildred und Elisha häufig im Shop besucht oder mit ihnen zu Mittag gegessen. Es standen Games an, also die Schulen die in Handball, Volleyball, Netball und Fußball gegeneinander spielten. Erst eben nur Schulen gegeneinander, dann die Bases, Zonen und zum Schluss die Districte. Bei diesen Ereignissen habe ich immer mal wieder vorbeigeschaut, auch wenn unsere Schule leider nicht gespielt hat (unsere Schüler sind noch zu jung). Nächstes Wochenende gibt es wieder irgendwelche Finale in Mombasa und es werden sogar 3 Schüler aus der Wambi (Lottes Schule) mitfahren. In der Freizeit wurde viel Wasser geholt, beim kochen geholfen, gewaschen oder einfach mit den Kindern im Fluss gebadet (inzwischen fast jeden Tag). Inzwischen hat der Regen angefangen und man muss nicht mehr soviel Wasser holen. Ich habe auch Betty (eine Lehrerin von Lotte) nochmal besucht und mir zwischendurch Rastas flechten lassen (die sind leider voll schnell raus gerutscht). An einem Wochenende bin ich endlich dazu gekommen unseren Schulmanager Ambrose zu besuchen. Er selbst ist auch noch Schulleiter an einer staatlichen Schule und hat einige Reisfelder. Diese hat er mir dann auch gleich gezeigt. Aufgrund der benötigten Feuchtigkeit kann man natürlich nicht überall Reis anbauen. In diesem Gebiet erstrecken sich die Reisfelder dann in einer großen verbundenen Fläche, durchzogen von den Bewässerungsgräben, in denen Kinder planschen und durch die wenigen Bäume weht ein frischer, kräftiger Wind, zu dem Kinderlachen gesellt sich noch Vogelgezwitscher und schon fühlt man sich wunderbar. Mir wurden auch die großen Pumpen gezeigt, die das Flusswasser auf die gut dutzend Quadratkilometer große Fläche befördern (übrigens aus Deutschland). Es war echt verdammt interessant. Die jungen Reistriebe werden im übrigen alle einzeln von den Kindern in den Boden gesetzt. Ich will nicht weiter darauf eingehen, dass kann ich euch auch alles in Deutschland erzählen, dann bring ich euch auch echten Aheroreis mit^^ Ich hatte ja auch schon erzählt, dass die Regenzeit wieder angefangen hat. Die wurde von einem krassen, plötzlichen Unwetter eingeläutet. Lotte war am Fluss waschen und die Kinder baden, als es anfing krass zu regnen, nach 10 Minuten gesellte sich dann auch noch schöner Hagel dazu. Ich habe es nicht für möglich gehalten. Und die Körner waren weit aus größer als normalerweise in Deutschland. Auf Nachfrage erfuhr ich auch, dass der wohl jedes Mal zum Anfang der Regenzeit kommt. Ich bin Lotte entgegen gerannt um ihr Sachen abzunehmen, da kamen auch schon die Kinder panisch schreiend vor Angst und Schmerz. Innerhalb von Sekunden war ich völlig durchnässt und mit Kindern auf dem Arm läuft es sich auch nicht sonderlich schnell, vorallem wenn man gegen den Wind muss.
Dann stand ja auch noch mein Geburstatag an. Lotte hatte die Nacht in Masogo verbracht, so bin ich ganz allein aufgewacht, ohne eine einzige Gratulation und es hat mich schon ein wenig runter gezogen. In der Schule habe ich ein wenig Saft an die Lehrer verteilt und Süßigkeiten an die Schüler und alle waren voll lieb, aber mir fehlte das liebevolle Wecken durch meine Mutter, die Kerzen und Frühlingsblumen auf dem Frühstückstisch, all der kitschige Kram eben. Mildred und Elisha waren aber auch voll lieb. Als ich nach Hause kam wurde ich dann allerdings doch noch überrascht. Florence kochte ein superleckeres Huhn mit Chapatis und Aloyce hatte extra Früchte für Obstsalat mitgebracht. Nach dem Essen kamen dann Lotte und Biata mit einem Kuchen (mit Geburtstagskerzen), Keksen, Muffins und einem kleinen Geschenk herein. Ein kleines Notizbuch in dem jedes Kind eine Seite gestaltet hatte. Eine tolle Erinnerung, die ich noch erweitern werde. Letztes Wochenende wurde der Geburtstag auch noch mit den anderen deutschen Freiwilligen in Kisumu gefeiert. Lotte war leider nicht dabei, denn eine Bekannte von uns hatte einen schweren Matatuunfall und lag im Krankenhaus. Sie war quasi Lottes zweite Gastmutter aus ihrem Workcamp und sie wollte sie nicht allein lassen. Man sollte echt nicht darüber nachdenken wie gefährlich der Verkehr hier ist…
Nun ja ich war mit Julia und Johannes und 3 weiteren Mädels im Laughing Buddha, einem tollen Inder was essen und dann waren wir in der darüberliegenden Launch auch schon eine Kleinigkeit trinken. Als wir wieder ins freie kamen fing es grad tierisch an zu regnen und zu gewittern. Das Unwetter war genau über uns und der Donner ohrenbetäubend laut. Unter den alten Vorbauten der im kolonialstil errichteten Häuser konnten wir die Blitze in die umliegenden Gebäude einschlagen und die Funken aus den Stromleitungen sprühen sehen. Allerdings konnten wir wegen geplatzten Trommelfellen nichts mehr hören (zumindest hat es sich so angefühlt). Im Sooperguesthouse, der Unterkunft der drei anderen Mädchen haben wir dann auf das unwahrscheinliche Ende des Sturms gewartet und Johannes hat uns ein paar Dancemoves beigebracht. Es gesellten sich auch zwei Inder dazu. Bald stellte sich heraus, dass diese beiden ein Auto hatten und sie waren bereit uns zum Duke (unserer Unterkunft und dem Ort unserer Silvesterfeier) zu bringen, die anderen waren schon müde und so sind nur Julia, Johannes und ich gefahren. Wir hatten gehofft, dass auf der überdachten Dachterrasse was los wäre, doch dem war leider nicht so. Also haben wir uns von den Indern mitschleppen lassen, ohne genau zu wissen wo es hingehe sollte. Die erste Station war dann ein Casino… Wir blieben nicht lange da, was wohl daran lag, dass alle außer mir ihr Geld verloren^^ Ich bin mit 1000KSH rein und mit 1500KSH raus, seid bitte stolz auf mich ;) Den Rest des Abends (und der Nacht) haben wir zusammen mit den Indern (wir hatten inzwischen auch die Namen herausgefunden: Bhavik und Kevin) im Signature (einem Club). Dort wurde bis um 5 Uhr morgens getanzt. Danach haben wir uns von den beiden verabschiedet und sind zum „Duke“ und nach einem ausführlichen angetrunkenen Gespräch mit Julia konnte ich dann endlcih um halb 7 Uhr morgens schlafen… Um 9 gabs Frühstück -.-

Tut mir Leid, wenn das alles ein wenig durcheinander ist und nicht ganz der hochsprachlichen Norm entspricht, aber einen so langen Zeitraum abzuarbeiten ist nicht so einfach. Ich werde mich bemühen jetzt öfter und dafür nicht so viel auf einmal zu schreiben^^

Alles Liebe
eure Hanne

Freitag, 10. Februar 2012

Das Anja-Marle-Tagebuch II


Mittwoch,1.2.
Kreditkarte von Hanne vergessen, die bereits in der Schule ist, als wir losfahren wollen. Aloyce begleitet uns, ca. 20 Min. Autofahrt über sehr schlechte Feldwege um auf die andere Seite des Hauses zu gelangen, die sonst nur zu Fuß oder per Pikipiki in 5 Minuten  erreichbar ist. Tank ist fast leer also müssen wir zuerst zur Tankstelle. Dafür reicht aber unser Bargeld nicht mehr, da wir bereits mehr als die Hälfte für den Leihwagen angezahlt haben, also zuerst ganz nach Kisumu fahren. (Wir wollten eigentlich bis Mittag in Mbita sein!) In Kisumu nun eine passende Bank suchen, mit Aloyce einige Einkäufe und Erledigungen tätigen, zurück zur Tankstelle und Abschied von Aloyce (nein wir wollen ihn leider nicht noch bis nach Hause bringen, sondern endlich endlich los, auch wenn das wenig Verständnis erweckt und unmenschlich scheint, ihn mit seinem Einkauf (den wir bezahlt haben und der dann auf einmal deutlich mehr wurde) per Matatu und dann mit dem Piki Piki weiter fahren lassen).
Nun kann das Abenteuer „Marle und Anja allein in Kenia“ beginnen. Tut es auch bereits nach 5 Km: ein platter Reifen vorne rechts. Im Kofferraum finden wir schnell das Reserverad und den Wagenheber, der allerdings keine Kurbel mehr besitzt und keinen Schlüssel für die Radmuttern. Was nun? Autos anhalten! Klappt sofort. Freundliche Hilfe, Reifen gewechselt und weiter. Sicherheitshalber lassen wir im nächsten Ort unseren kaputten Reifen in glutheißer Mittagshitze am Wegesrand flicken. Nach weiteren 5 Kilometern ist der Reifen natürlich wieder platt, wir haben wieder kein passendes Werkzeug und sind allmählich ziemlich angepisst. Telefonat mit dem Vermieter: Wir sollen einen neuen Schlauch kaufen. Wieder: Autos anhalten, schnelle freundliche Hilfe, Reifen gewechselt, nun aber wieder ganz zurück nach Ahero, wo wir endlich einen neuen Schlauch bekommen. Das Abenteuer beginnt von neuem. Eigentlich schöne Landschaften, aber der permanente, starke Benzingeruch ist bei der Hitze doch sehr unangenehm. Kurz vor Homa Bay kommt eine riesige Baustelle (und dabei meine ich keine so wie auf der A1, nein , die Umleitung war nicht etwa auf der anderen Spur, sie war nicht einmal auf der Straße, sondern ging über Fels und Geröll durch Schlaglöcher querfeldein). Dies war jedoch im Vergleich zu den Straßen in Homa Bay fast noch Luxus, denn dort reihten sich steile Abbruchkanten, rudimentäre Straßenfragmente und tiefste Schlaglöcher so dicht aneinander, dass wir oft überhaupt nicht wussten, wo wir langfahren sollte, ohne mit dem Wagen aufzusetzen. Große LKWs und hupende Matatus donnerte irgendwie an uns vorbei. Endlich wieder ein Teerstraße am Ende des Ortes, Aufatmen, das haben wir hinter uns. Schöne neue Straße, schöne Landschaft. Bis wir am Sonnenstand erkennen müssen, dass unsere Richtung irgendwie nicht so ganz stimmen kann. Ein kurzes Nachfragen am Straßenrand bestätigt unsere schlimmste Befürchtung. Also wieder die wunderbare, neue Teerstraße fast ganz zurück, bis zur richtigen Abzweigung, haha Schotterpiste! Aber bis Mbita sind es ja nur noch 45 Kilometer… Sowas sollte ja eigentlich ganz schnell zu fahren sein. Falsch gedacht! Wieder Schlagloch an Schlagloch, Abbruchkanten, Felsen, Geröllhaufen… Durchschnittsgeschwindigkeit max. 10 Stundenkilometer und die Sonne steht schon reichlich tief. Wir haben aber die komlette Piste ziemlich für uns allein, warum fahren hier bloß kaum andere Autos? Marle,  jetzt am Steuer, flucht wie ein Rohrspatz. Nach einer Ewigkeit endlich wieder frisch geteerte Straße, so könnten wir es ja doch noch vor Sonnenuntergang nach Mbita schaffen.  Von wegen, 5 Kilometer war diese Paradiesstraße wohl schon lang, doch danach begann von neuem der Höllentrip. Und so ging es weiter zwei, drei Mal. Bei Sonnenuntergang erreichen wir aber zum Glück doch den Ort und finden das nette ICIPE Guesthouse. Dort den Kofferraum geöffnet kriegen wir einen kleinen Schock, alles ist total mit feinem rotem Staub  richtig dick bedeckt. Dann merken wir, dass auch im Fahrraum schon alles bis in die kleinsten Ritzen zugestaubt ist und wir erkennen warum sich unsere schwitzigen Hände zwischendrin schon immer dreckiger anfühlten. Als wir das dem guide, der unsere Koffer tragen wollte, zeigte, meinte er, wieso wir denn nicht die Fähre genommen hätte, die würden doch derzeit alle nehmen, da die Straße kaum passierbar sei. … Aber dann die ersehnte Erholung. Zimmer mit Balkon und Blick auf den Lake Victoria, vor uns der Garten mit Palmen. Durch die offene Balkontür weht eine frische Seebriese, während wir völlig erschöpft auf unseren Kingsizebetten liegen. Zu blöd den Duschmechanismus zu bedienen, nehmen wir ein Bad in der Wanne und schmeißen hinterher auch gleich die Schuhe hinein, eine braune Brühe. Statt der jeweil 20 Dollar für das Abendessen und Frühstück bekommen wir es nun auch für den Institutspreis für 450 KSh. Leckeres Buffet-Abendessen im eher jugendherbergsstil ähnlichen Speiseraum, danach, Schlafen wie die Murmeltiere. Na ja, Anja, während Marle „noch kurz“ die völlig zugestaubten Klamotten durchwaschen wollte. Das dauerte allerdings sechs ganze Runden bis das Wasser wenigstens nicht mehr braun war. ..

Donnerstag,2.2.
Noch vor dem Frühstück wollen wir sofort klären, wann die Fähre wohin fährt, damit wir diese schreckliche Piste nicht noch einmal zurück fahren müssen. Sie fährt uns sogar bis an die gegenüberliegende Küste, so dass wir die schöne Nordroute zurück fahren können, für ganze 800 KSh (etwa 8 €) und das zweistündlich. Super. O.K. aber jetzt noch schnell zur Barcleys und Geld holen, weil wir sonst das Hotel nicht zahlen können. Leider frist der Automat unsere Karte und die Bank (die gar keine Barclays ist, weil es im Ort nur andere Banken gibt) hat noch nicht auf, wir als Frühaufsteher sind natürlich um sieben los.  So sehr viel Glück scheinen wir nicht zu haben bei unserer Tour. Aber Glück im Unglück gleich nach Öffnen, sagt uns der Typ, doch glatt „sorry, you have to come back tomorrow“  hahaha. Nee, nicht mit Marle, da wird mal ein kräftiger Ton angeschlagen, das wir ganz eindeutig heute um 11 mit der Fähre zurück fahren müssen. Und siehe da, 10 Minuten später war die Karte da, und ich dachte schon, wir müssten allein wegen der Deutlichkeit jetzt erst einmal zwei Stunden warten. Leider haben wir trotzdem kein Geld bekommen, da die Maschine Probleme hatte. So kratzten wir unseren letzten Kröten zusammen und konnten doch noch Frühstückten. Durch eine kecke Bemerkung von Marle hat der guide uns sogar das Auto, in das wir uns kaum noch wieder setzen mochten, gewaschen und es später auch noch von innen geputzt!
Nach einem ausgedehnten Frühstück ging es spazieren auf dem Fahrdamm nach Rosinga Island, der einem einzigen großen Markt glich, mit den vielen Straßenständen an den Seiten. Wie die das alle in der prallen Sonne und dann noch dem ewigen Staub der duchbrausenden Autos und LKWs aushalten können ist uns schleierhaft. Zwischendrin nettes Gespräch mit einem Prof, der in USA und Schweden war und nun auf der Insel ein Hoteli führt. Noch einmal bei der Coop-Bank erfolglos versucht an Bares zu kommen.  Auf dem Institutsgelände, dessen Hinterausgang wir als „Bedienstete“ schnell zu Fuß nehmen konnten, wurde Marle fast von einem großen abfallenden Ast einer Bananenpalme erschlagen. Wir machen im Garten in einer Strohdach-Hütte kurz Rast. Nachdem uns auch ein freundlicher  Security-man die Hintertür zum Strand aufschloss, konnten wir auch noch einmal auf den ersehnten Steg.  Ab geht’s zur Fähre. Wir sind mit einer Stunde früher natürlich das erste Auto, leider müssen sie noch einen großen Schotterhaufen wegschaufeln (zu zweit) bevor die Fähre abfahren kann. Aber das waren echt flotte boys, die Fähre war da und der Haufen war weg. Nun alle rauf auf die Fähre, mit langem aufwendigem Einweisen, weil der Typ irgendwie keine Antwort gab, wohin er uns haben wollte, bis ich endlich schnallte, dass er gehörlos war und es eben üblich ist, dass man dort rückwärts auf die Fähre fährt und nicht auf dem Ding dann drehen sollte… Als alle diese Manöver fertig waren, alle Autos, Karren, Leute, Kisten, riesige Pakete etc. drauf waren, hieß es alle wieder runter, weil wir ja noch einen LKW mit Öl an Board hatten, der doch zum Tankloch musste und es zu gefährlich war, wenn er drehte, während wir auf der Fähre sind. Dass dann er dann später während der Fahrt das Schiff betankte, war egal. Alles egal, ich habe schon wieder geflucht wie ein Rohrspatz. Dafür durften wir dann später ganz oben auf der Brücke beim Kapitän mitfahren, wofür wir wiederum einen von denen mit Kisumu genommen haben, so ist das eben mit dem Geben und Nehmen hier (und kurzfristig noch einen, weil war ja noch ein Platz frei).  Super tolle Teerstraße führt uns bis zum Kisumu Airport, wo wir unsere Gäste rauslassen, weil wir noch am Airport unseren Rückflug nach Nairobi klären wollen. Wir wundern uns, dass der Parkplatz direkt vor dem Flughafen abgesperrt ist und alle nebenan auf dem staubigen Schotterplatz parken, aber Anja findet über hintenrum doch noch einen Weg und parkt direkt neben dem großen SUV. Da kommt sogleich ein Polizist angerannt, wir hätten einen großen großen , großen Fehler gemacht, wir würden auf dem Parkplatz des Präsidenten parken. Marle hatte schon wieder ein bissige Bemerkung auf den Lippen, die sie sich verkniff, weil ja jede Schlechtrede und auch nur die Frage, warum eine Person, und sei es der Präsident, so viel Fläche bräuchte wie alle anderen Fluggäste zusammen, grundsätzlich unter Strafe stand. Nun denn, wir parken also auch dahinten und gehen rein, wundern uns schon, warum da so viele Menschen einfach nur warten, auch so Gruppen in Trachten etc. , erst beim Weggehen fragen wir, was los sei, und erfahren, dass heute der Präsident in Kisumu ist und er gerade abfährt zum Flughafen. Alles klar, alles kapiert. Leider kommen wir nicht mehr weiter als wir das Gate verlassen, weil alles mit Polizei abgeriegelt ist. Elendig viele Polizeikolonnen und Starkarossen, bis es endlich weiter geht. Wir sind froh, das blöde Auto endlich wieder loszuwerden, natürlich ist die ganze Stadt völlig verstopft wegen der Sperre und wir finden nicht einmal zu Fuß unsere Lodge. Die Autorückgabe war natürlich auch Horror, weil wir mittlerweile mehr Geld ausgegeben hatten für das Auto samt Anzahlung und nun von dem Verleiher Geld zu bekommen hatten. Als der kam und das Auto holen wollte, hatte er natürlich kein Geld dabei und konnte leider auch keins direkt holen gehen. Er wollte uns zwei Kollegen schicken, wir also den Schlüssel wieder einkassiert und gewartet. Die kamen auch, wussten aber von nichts, konnten leider, leider auch jetzt den John nicht mehr erreichen, weil er gerade Auto fuhr und merkwürdigerweise nicht telefonieren konnte (wo es doch sonst kaum eine Situation bei den Kenianern gibt, in der die nicht telefonieren können). War es nun ein abgekartetes Spiel oder hatten die tatsächlich keine Ahnung. Leider glaubte Marle wieder das erstere, wurde richtig laut und hat mal wieder überhaupt nicht die kenianische Art eingehalten, alle Konflikte so lange zu diskutieren, bis eine Lösung für alle da war (wie sollte auch, wir hatten Hunger und wollten nicht länger hingehalten werden), zumindest hat es sich ausgezahlt, sie haben die 900 Shilling auf ihre eigene Verantwortung rausgerückt und dann habe ich auch noch ein bisschen  Gut- Wetter wieder machen können. Im Green Garden können wir den Tag ruhig ausklingen lassen, bei gemütlichem Ambiente und Lake-Viktoriafisch und afrikanischem Curry. Leider war dann die Lodge laut, ewiger Moschee-Sing-Sang und knallhart dünne Matratzen.
Freitag,3.2.
Schmales Frühstück im gegenüber liegenden Cafe, Rundgang durch die Stadt um: nach Fahrrädern für Hanne zu suchen, diverse Airline-büros zwecks Flugpreisen kontaktieren, Ausschau nach Mitbringseln halten. Im letzten Schatten auf der Dachterasse ein spätes zweites Frühstück mit Ananas, Mango, Peanutbutter, vermeintlichem Joghurt,….mittags Hanne treffen im “Laughing Buddha“. e-mails checken im internet-cafe, um safari-angebote zu bekommen und nicht zuletzt Reisevorbereitungsfragen von Lars abklären (oder verliebte Turtelei?)………….zieht sich alles ziemlich hin und an eine heutige Abreise ist nicht mehr zu denken. Wir wollen uns ja auch nicht unnötig selber stressen!!!!!!!! Warum nicht also nicht den Pool vom „Imperial“ genießen noch einmal im netten „Green Garden“ den Abend hier ausklingen lassen? Als Anja und Marle die facebookerei endgültig zu lange dauert pilgern sie schon einmal vor, um ungeahnt schnell zurück zu kommen (Hanne chattet immer noch), der tolle Pool war klein, überdacht, schattig, und eher eine große Bar mit kleinem Wasserbecken in der Mitte. Zum Glück erhalten wir unseren Eintritt klaglos zurück. Sonnenuntergang auf der Dachterrasse unseres Sooper-Guesthouse.  In der Nacht ungewöhnliche  Darmaktivität bei Anja…..
Samstag,4.2.
In kühler Frühe (Anja hat bereits  ausgiebig Gebrauch  von der Toilette gemacht..., Hanne und Marle haben  Laufnasen - scheinen die Kühle der Dachterrasse gestern Abend zu lange genossen zu haben…) Aufbruch zur Matatu-Station, um zum Kakamega-Regenwald zu fahren. Unglaubliches Gedränge, die Fahrer bzw. deren Begleiter „werben“ lautstark und z.T. handgreiflich um Mitfahrer, Feilschen und Verhandeln gehören zum Geschäft (gut, dass Hanne schon orientiert ist!)
Die 14 Sitzplätze werden mit locker 18-24 Personen + Gepäck, Pakete, Körbe, Wannen,… beladen. Außerhalb der Stadt beginnt der lange Anstieg in’s Hochland. Am Wegesrand steht ein völlig demolierter LKW, drum herum eine riesige Menschenmenge. Ein Beifahrer weiß zu berichten, dass dieser LKW gestern Abend aufgrund von defekten Bremsen 24 Menschen in 2 Matatus das Leben gekostet hat. Vielleicht ganz gut, dass wir gestern nicht mehr losgekommen sind…
Je höher wir kommen, umso angenehmer werden die Temperaturen, Teeplantagen ziehen wieder vorbei, die Erde wird zunehmend roter, Zuckerrohr- und Maisfelder (besser: -feldchen), imposante Felsformationen und eine recht dichte Besiedlung.
Viel früher als vermutet erreichen wir den Ort Kakamega, kaufen alle notwendigen Lebensmittel für die nächsten 3 Tage und frühstücken (auch wenn es leider „noch“ -11:00 h – keinen Kaffee gibt) im Eingangsbereich des Supermarktes, wo gerade eine Plastikgarnitur zum Verkauf steht. Alle 3 dopen sich mit den entsprechenden Medikamenten, wir nennen es unsere Invalidentour.
Ein netter Guide aus dem Kakamega Forest kommt uns abholen und zeigt uns ganz stolz unser Banda (runde Lehmhütte), das gerade ganz frisch „gesmeert“ wurde mit einem Lehm-Kuhscheiße-Gemisch (Wand und Boden sind trotz der Hitze und Trockenheit an einigen Stellen sogar noch ein wenig feucht)…Der Kuhscheißegestank haut uns fast um - dabei sind wir Kinder vom Land ja einiges an Gerüchen gewohnt!! Wir wagen innen kaum unsere Rucksäcke auf zu machen…
Feuerholz zum Kochen soll uns noch gebracht werden, die Feuerstelle im „Kitchen-Pavillion“ ist sogar luxeriöserweise auf Kniehöhe!
Hanne und Marle fallen völlig fertig auf die Betten und schlafen sogar (die Nasen sind ja zu!).  Anja erkundet die Umgebung, immer wieder erschrocken über die hageren, angepflockten Kühe, Kälber, Ziegen und Schafe, manchmal steht auch ein Lämmchen am Wegesrand, dass sich vor Hunger kaum noch bewegen kann. Dann kommt der Guide noch einmal mit seinem Kollegen. Sie setzen sich hin und reden nett, Marle flüchtet wieder in’s Bett, wohlwissend, dass  wieder eine halbe Stunde vergehen wird bis sie mit ihrem Anliegen rausrücken. Und es stimmt, wir sollten die Guidetour für morgen zahlen. Das ist ebene die kenianische Art, man fällt nicht mit der Tür in’s Haus, aber muss es so lange dauern?  Die Art ist genau das Gegenteil von den Deutschen, die es als „hinten rum“ etc. schlechturteilen würden. 
Gekocht wird abends auf offenem Feuer eine „köstliche“  Nudelsuppe, wir  hoffen, dass die Kinder der umliegenden Hütten nicht betteln kommen. Dann früh in’s Bett, weil morgen um 5 der Wecker klingelt.
Sonntag, 5.2.
Völlig gerädert aufgestanden. Nun haben wir endlich mal eine Hütte völlig in der Pampa, jenseits von allem Stadtlärm, da gibt’s  natürlich in der Nachbarschaft einen Todesfall, der auf afrikanische Art die ganze Nacht mit Trommeln und Totengesang begleitet wird. Wir schaffen es im Dunkeln, weil ja immer ohne Elektrizität und Wasseranschluss uns ein Feuer zu machen und einen Kaffee zu kochen. Dann geht’s zum Sonnenaufgang auf den Berg im Regenwald begleitet von betörendem Jasminduft. Der Bergaufstieg ist traumhaft im roten Morgenlicht, weil die Sonne nämlich  bereits  hinter der Bergkuppe im Osten aufgeht. So ist denn der anschließende „Sunrise“   auch etwas unspektakulär, weil ja nur die Sonne hinter dem Bergkamm hervorkriecht und die schöne Morgenröte längst futsch ist. Weiter zu den Wasserfällen, die auch nicht gerade riesig sind. Dort ist es immer noch sehr kühl und wir fragen uns, warum wir nicht später aufgestanden und dann zur Mittagshitze hier sind. Tiere sehen wir auch nicht sehr viel und es handelt sich bislang noch um „secondary“ Wald, erst jetzt folgt der ganz ursprüngliche „primary forest“. Der sieht schon etwas urwäldlicher aus und wir sehen auch mal ein paar Affen, mehr aber leider nicht, da haben wir uns etwas mehr erhofft durch den guide, weil es im Reiseführer extra hieß, ohne guide würde man weit weniger als die Hälfte der Tier sehen. Als kleine Versöhnung dürfen wir nun doch noch alleine im Wald spazieren und suchen in der Mittagshitze natürlich direkt die Wasserfälle wieder auf. Dort ist zum Glück keiner, so haben wir einn Riesengaudi, nackt in der Strömung zu baden, uns auf den Steinen zu trocknen und ein Picknick zu machen. Zurück, ein wenig im Touristinformation-Center plaudern und ab zur Hütte. Eigentlich war geplant, erst in Ruhe am nächsten Tag zurück nach Kisumu zu fahren, aber wir halten es nicht mehr aus. Wir überlegen kurz, noch weiter nach Norden Richtung Mt. Elgon  zu fahren, doch noch zu reiten etc. verwerfen aber das Stressprogramm, weil man hier ja nie weiß, wie lange man unterwegs ist und müssen Dienstag  Abend ja schon wieder in Kisumu sein. Wollen nur  in Kakamega noch einen Tradidional-Meal der ortsansässigen Frauen einnehmen, neben einem komfortablen Hotel, in dem wir danach absteigen wollen. Rückweg mit einem Taxi, echter Luxus. Noch kurz dem guide Patrick tschüß sagen, natürlich mit Familienvorstellung und einem Soda etc.  Leider war unsere Abendessensadresse (Lavino 2000) dann schon zu (blöder Reiseführer, kann er nicht wenigstens schreiben, dass es nur ein Mittagstisch ist…) dafür ist das  Hotel echter Luxus, gegen das , was wir vorher hatten: die Dusche funktioniert bei uns gar nicht, in den Doubleroom wurde einfach ein weiteres Bett gestellt (total eng) und ihr müsst erst die Fotos sehen, das ist selbst im Mittelklassebereich so heftig, aber wir sind ja zum Glück nicht anspruchsvoll (nur immer wieder sehr erstaunt und halten es deshalb für erwähnenswert). Mal wieder eine Bar in der Nähe, auch Sonntag abends lautstarker Discolärm bis tief in die Nacht, diesmal hat Marle kaum geschlafen (erste richtig Panikattacke in der total heißen Bude, engem Moskitonetz, Nase erkältungsbedingt  zu, Ohrenstöpsel drin, Augenklappe (weil natürlich grell hell im Zimmer) und dann beim Naseschnauben, auf einmal Panik ausbrach und die Nacht für sie vorbei war), dafür hat Anja mit Ohrstöpsel ganz gut genächtigt (Durchfälle ade).

Montag ,6.2.
zurück nach Kisumu: das erste Matatu scheint der Beladung nicht mehr ganz gewachsen zu sein, alle wieder raus und umsteigen in ein anderes. Die auf’s Dach gebundenen Rucksäcke werden zum Glück auch umgeladen. Hanne fährt weiter nach Masogo, um die vergessenen Sachen zu holen (Handy, TAN-Nummern…), Marle und Anja mit allem Gepäck zum Sooper Guesthouse. Wollen eigentlich einen Pool-Tag einlegen, um endlich mal wieder zum Schreiben zu kommen, entscheiden uns dann aber doch erst einmal für einen Stadtbummel, da die Temperaturen noch relativ angenehm sind.
Das Treiben auf den Straßen (die ganze Stadt ist ein einziger Markt, jedes Fleckchen ist mit Straßenständen bedeckt, wo alle Warten ausgepackt liegen)  ist immer wieder ein Erlebnis: verkauft wird am Straßenrand alles was man sich nur denken kann: Obst, Gemüse, Schuhe, Bekleidung (80% aus Altkleidersammlungen Europas), Fische, Eisenwaren, Haushaltsgerät, Schmuck, frische Teigwaren,….und ständig: „Jambo, how are you?“ (die freundlichste und unaufdringlichste Variante angesprochen zu werden, was ungefähr 30% aller Leute, die uns begegnen tun, auch immer ein freundliches „welcome in kenya“, aber das ist nicht immer nur angenehm, ständig antworten zu müssen). Zurück im Zimmer, kommt 2 Minuten später Hanne in die Tür: „Warum geht ihr denn nicht an’s Handy?“ Ups, das hätte ja ganz schön schief gehen können! Die Nummer des neuen Handys war falsch angegeben, so hätte sie uns lange in der Stadt suchen können.
Nun packen wir unsere Sachen und fahren zu einem anderen Hotel zum Pool. Zum ersten mal kommen wir in die wohlhabenden Gegenden der Stadt und erkennen mit welchen Sicherheitsvorkehrungen die Menschen hier wohnen. Der Pool ist eine wahre Oase und auf dem Rückweg schauen wir uns auch noch die benachbarten Anlagen an, wer weiß was uns morgen in den Kopf kommt... Gegessen wird heute indisch: ein sehr gepflegtes Ambiente und ein sagenhaftes Feuerwerk für unsere olfaktorischen Sinne!! (Marle hat sich total überfressen und Hannes Diätpläne wurden ebenfalls durchkreuzt). Dazu erleben wir unsere bisher wohl heißeste Nacht: Marle und Anja stellen sich häufiger einfach nackt vor den Ventilator. Es kühlt kaum ab nachts, was für afrikanische Verhältnisse schon echt heiß ist.
Dienstag, 7.2.
Um 5:30 h weckt uns das Handy als wir endlich einigermaßen schlafen können. Wir wollen Hippos (Nilpferde) sehen und mit einem Fischer auf den Lake Viktoria rausfahren.
Direkt am Ufer liegen in der Morgendämmerung die ersten  (und vorerst letzten) 4, was für Kolosse!!! Sie schnauben uns? verächtlich? an, tauchen mal ab und wieder auf und schwimmen schließlich davon. Alle Fischerboote sind ebenfalls auf und davon (wir Deppen von der Küste hätten eigentlich wissen sollen, dass sie viel früher rausfahren!)
Letzter Tag in Kisumu, was machen wir draus? Hanne braucht dringend neue Hosen, wir sowieso Bargeld, Obst und Taschentücher für unsere Laufnasen!!!  In direkter Nachbarschaft gibt es auch einen verlockenden Wellness-Laden…‘ne Massage täte uns dreien nach der vielen Rucksack-schlepperei (den großen hinten und kleinen vorn)bestimmt gut!
Also werden Besorgungen gemacht  und es fällt die Entscheidung, für die letzte Nacht doch noch zum besseren Hotel zu wechseln, das wir gestern schon ausgespäht hatten als wir am Pool waren.
Im Internetcafe können wir nach einer gefühlten Ewigkeit am PC endlich unsere Grußmails abschicken, Kontostände checken,…
Marle und Hanne lassen sich nun im Wellness-Laden verwöhnen, Anja geht noch einmal über die Märkte und schließlich brechen wir mit Sack und Pack wieder auf zu unserem „Luxus-Quartier“.
Es liegt auf einem Hügel , ist etwas luftiger, mit Blick auf den Lake Viktoria und hier sitzen wir nun abwechselnd an Hannes Netbook und schreiben endlich wieder unser Tagebuch oder schwimmen und relaxen!
Morgen früh geht unser Flieger nach Nairobi. Dort treffen wir dann Lars und brechen am Freitag zu unserem letzten Teil der Reise (für Marle und Anja) auf: der Safaritour in den Amboseli-Nationalpark. Endlich müssen wir nichts mehr organisieren und können uns zum Schluss einfach mal von vorn bis hinten bedienen lassen!
Der letzte Teil unserer Reise wird also in diesem Blog wohl erst erscheinen  wenn wir vielleicht schon wieder in Deutschland sind.
Für manche mögen unsere Schilderungen teilweise zu hart und verurteilend erscheinen. Aber ich / wir finden, dass wir nicht nur von den schönen Erlebnissen schwärmen sollten, sondern auch die - aus unserer Sicht – Schattenseiten eines Landes im Kontrast zu unseren Gewohnheiten benennen sollten. So wunderbar Land und Leute hier sind, aber es ist eben auch vieles very, very different. Auch im positiven, z.B. wie schön angezogen hier alle sind. Die Frauen tragen im Alltag so elegante und schöne Kleider, wie sie bei uns zu Festlichkeiten getragen werden und ich werde nie verstehen, wie sie mit ihren schicken Stöckelschuhen oder eben auch dem typischsten Alltagsschuh, dem Flip-Flop, durch die staubigen Sandstraßen gehen, ohne ständig die Füße völlig verdreckt zu haben, wie es bei uns der Fall war. Die gute Seite der kenianische Offenheit ist eben auch, schnell in Kontakt zu kommen und stets Hilfe zu erhalten, wenn sie gebraucht wird. So, nun geht die Sonne leider wieder einmal viel zu schnell unter, die schönen langen Sommerabende fehlen uns hier schon. Insofern freuen wir uns auch schon wieder auf D, aber bitte verscheucht den Winter vorher.