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Sonntag, 8. Juli 2012

Krankheitsfall

Hallo ihr Lieben,
Lotte und ich wurden von bösen afrikanischen Viren befallen, die langsam unsere Erinnerungen auffressen... Es ist ein Computervirus, ich werde des Wegen wohl wenig über Internet erreichbar sein, bis ich wieder in Deutschland bin. An Mama und Papa: Ihr habt meine Nummer also ruft mich einfach an...

Donnerstag, 5. Juli 2012

Einleitung

Hallo ihr Lieben,
es tut mir wirklich Leid, dass ich euch wieder so lange habe warten lassen. Ich werde versuchen den letzten Monat in kürzeren Einträgen zusammen zu fassen und in der richtigen zeitlichen Reihenfolge online zu stellen (das älteste unten und die neuen Ereignisse hier oben). Leider ist meine Schreibfähigkeit ein wenig eingerostet, es tut mir also auch Leid wenn es sich nicht so gut lesen lässt.

Pläne

Morgen fahren wir mit der Schule (bzw. den Kindern die bezahlt haben) auf Tour nach Kisumu, dort werden ein kleiner Zoo, das Museum, der Flugplatz und natürlich die Superattraktion: der Supermarkt besichtigt. Ansonsten bin ich dabei mit Jorim meine Abschiedsparty in der Schule zu organisieren und mir zu überlegen, WEM ich WAS zum Abschied schenke. Eine Woche Schule noch… Krass ging das schnell! Dann habe ich noch das Wochenende und vielleicht zwei Tage in der Familie und dann werde ich nach Nairobi aufbrechen, denn ich wollte gerne noch in den Nakurunationalpark  und vielleicht zwei Tage in Nairobi verbringen. Es könnte sein, dass dies bereits mein letzter Blogeintrag aus Kenia ist, ich weiß es nicht. Doch selbst wenn, werde ich euch die Ereignisse der letzten beiden Wochen aus Deutschland schildern. Vielleicht kommen am Wochenende noch ein paar Bilder…
Alles alles Lieber erst einmal…
Hanne

Masai Mara und die letzten zwei Wochen

So nun sind wir fast in der Gegenwart angekommen: Vorletztes Wochenende habe ich einen Abstecher in die Masai Mara gemacht. Ein Nationalpark der an der Grenze zu Tansania liegt und den kenianischen Teil der Serengeti bildet. Ich teilte mir den Führer mit zwei auszubildenden Krankschwestern aus Dänemark, die allerdings wenig kommunikativ waren. Am Freitagabend war ein Abendgamedrive geplant (Game= Wildtiere, also Beobachtungsfahrt), doch da ich mal wieder zu flüssig und in die falsche Richtung Verdaute musste ich leider  im Camp bleiben. Die Angestellten und meine Zeltmitbewohnerin (eine junge Koreanerin) kümmerten sich rührend um mich, echt super lieb. Sie konnten allerdings nicht so ganz verstehen, warum ich das alles so gelassen nahm. Am nächsten Tag gings dann schon früh los. Auch wenn die Masai Mara DAS Aushängeschild Kenias ist, sind die Straßen furchtbar schlecht (naja es sind eigentlich keine Straßen) und ich hatte wirklich Bammel vor dem Tag im Auto, doch mein Magen nahms gelassen. Leider war es den ganzen Tag bewölkt und gegen Mittags erwischte uns auch ein richtig schöner afrikanischer Platzregen, sodass wir nicht so viele Tiere sahen (ich hatte ja auch eigentlich schon fast alles gesehen, mir fehlten von den typischen Afrikatieren nur noch der Leopard, Gepard und das Rhino). Dafür konnten wir eine gemischte Tozrigruppe dabei beobachten , wie sie versuchten einen absolut festgefahrenen Safaribus frei zu „schaukeln“ (der Länge nach auf einem Erddeich aufgesetzt, alle Reifen in der Luft). Am Ende waren sie erfolgreich und von oben bis unten mit Schlamm bespritzt.  Nach dem Schauer kamen dann auch viele Vögel raus und über den weiten Hügeln strahlten vereinzelt breite Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke. Für den Abend war eigentlich ein Besuch im Masaidorf geplant, aber da die anderen beiden Mädchen wenig daran interessiert waren und ich den Abendgamedrive verpasst hatte, einigten wir uns mit dem Fahrer darauf, bis zur Schließzeit im Park zu bleiben. Dafür wurden wir mit einem ziemlich großen Löwen und einem der wirklich schwierig zu findenden Leoparden belohnt. Leoparden sind sehr scheu und kommen eigentlich nur zur Jagd aus ihren dichten Wäldchen (hier heißt eigentlich jeder Busch Wald). Das tollste an meinem Besuch in der Masai Mara war jedoch der Samstagabend. Ich saß im Camp beim Abendessen, mit vielen kleinen Gruppen an Touristen und Reisenden und kam mit tollen Menschen in Kontakt. Da war natürlich meine Kurzzeitmitbewohnerin Jenny aus Korea, die zwei Tage zuvor gelandet war und einen zweimonatigen Freiwilligendienst machen will, eine Gruppe chinesischer Kaufmänner, die versuchten mir die  äußerlichen Unterschiede zwischen Chinesen, Koreanern und Japanern zu erklären, zwei weitere Geschäftsmänner aus Israel und Indien, die schon unglaublich viel Orte gesehen haben und ein Australier, der sein Leben damit verbringt immer ein halbes Jahr zu arbeiten um dann sofort alles verdiente Geld auf einer langen Reise zu verprassen (was bin ich neidisch geworden bei den Erzählungen). Am nächsten Morgen stand noch ein Morgengamedrive an. Ich fand es schön die Weite der Masai Mara zu sehen und natürlich die Tiere, doch ich hatte mir nach all den Erzählungen irgendwie mehr darunter vorgestellt. Allerdings kommt natürlich dazu, dass man so ein Safarigehetze mit guten 50 unabhängigen Bussen von einem Löwen zum anderen, nicht so wirklich genießen kann. Aber da ich nicht allein im Bus war, konnte ich wenig ausrichten. Beim Morgengamedrive lernte ich aber auch noch eine griechische Ärztin auf Tagung kennen (ich hatte mit dem Inder gwettet, ob sie wohl aus Spanien oder Griechenland käme und habe mit Griechenland gewonnen, so kam man dann ins Gespräch). Nach einem kurzen Fürhstück im Camp gings dann zusammen mit den Asiaten, dem Inder, den Dänen und der Griechin zurück nach Nairobi. Den Abend verbrachte ich einfach spontan dort, zusammen mit Vishara (dem Inder) und Fotia (der Griechin) aßen wir lecker bei Äthiopier, spielten Billiard (nach den neuen Regeln), rauchten Shisha und schauten uns das England-Italien-EM-Spiel an. Am Montag gings dann zurück nach Hause (Masogo).
Von den Kindern und Aloyce habe ich mich superwillkommen gefühlt, doch Lotte und Forence waren beide echt kühl, sie redeten immer viel Luo in meiner Gegenwart, was ich persönlcih schon ziemlich blöd finde und scheinen an dem Wochenende noch verbündeter zu sein als vorher. In der Schule startete ich nun eine Plakatemarathon, denn irgendwie müssen die ganzen Bestellungen der Lehrer ja vor meinem Abflug noch fertig werden. Durch die Flotteallianz verbrachte ich allgemein mehr Zeit in Masogo, besuchte Freunde, ging auf den Markt oder spielte mit Jorim Billard. Das ich dadurch abends später nach Hause kam, schien Florence gar nicht zu gefallen und und weiter von einandern zu entfernen, doch was sollte ich tun. Im Dorf fühlte ich mich wenigstens wohl. Vom Donnerstag auf Freitag schlief ich dann auch bei Betty (einer Lehrerin aus Wambi, die am Anfang sehr eng mit Lotte befreundet war, doch die Freunschaft schien abgeflaut), dort konnte ich mich dann auch mal so richtig schön ausheulen und auskotzten, danach gings mir wirklich besser. An dem Abend habe ich auch mit Elisha und Jorim das Deutschlandspiel angeschaut. Das werde ich allerdings nie wieder tun: erstens ist es echt deprimierend zwischen einem Haufen Afrikaner zu hocken, die ein schwarzes Riesenbaby feiert, während dieses besagte Riesenbaby die geliebte Heimat platt macht. In der letzten Woche waren wir mit der Schule auf einer Beerdigung, der Vater eines der Babyklassenkinder ist gestorben, doch viel gibt’s es dazu nicht zu erzählen. Wir sind mit den Kindern singend hin gelaufen, haben kurz gebetet, unser Beileid ausgesprochen und das gesammelte Geld überreicht und sind dann wieder zurück zur Schule. Bei einem Abendessen gabs dann auch endlich eine spontane Aussprache mit Florence. Sie war so genervt von meinen kleinen Essportionen, dass sie mich tatsächlich offen drauf ansprach (das heißt schon eine ganze Menge), den Ausschlag hat wohl Lotte gegeben, sie hatte Florence gesteckt, dass ich am Morgen den Tee nicht getrunken hatte (naja da ist auch soviel Zucker drin, dass man einen Löffel reinstecke könnte ohne dass dieser zur Seite weg kippt). Sie war halt echt „annoyed“ und so kams, dass ich in der Familie doch wieder viel aß. Wenn sie raus bekommen würde, dass ich dafür jetzt kaum was zum Lunch esse, würde sie mich bestimmt am liebsten schlagen.