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Freitag, 25. November 2011

Graduation

Hallo ihr Lieben,
es tut mir Leid, dass ich mich solange nicht gemeldet habe. Aber dafür werde ich euch jetzt alles lang und breit schildern. Am 8. Oktober habe ich euch das letzte Mal geschrieben.
Am folgenden Montag fingen die Abschlussexamen in den Schulen an. Deswegen wurde unglaublich viel in der Schule gepaukt und Stunden wie Sport und Creative Arts sind völlig weggefallen. Am Sonntag war Charlotte nach der Kirche noch mit einer Lehrerin (Betty) bei deren Schwestern und Cousinen in Awasi. Vor ca. 2 Wochen ist eine dieser Cousinen bei einem Autounfall gestorben. Auch der Vater eines Lehrers aus meiner Schule ist letzte Woche gestorben, da er sich zu spät dazu entschieden hat ins Krankenhaus zu fahren. Das gibt schon einigen Stoff zum Nachdenken und macht einem doch sehr klar, wie einfach die medizinische Versorgung oder der Transport ins Krankenhaus ist, für uns so selbstverständlich.
Peach, die Katze unserer Vorgängerin Samantha ist leider auch gestorben. Ich hatte mich eine Woche um sie gekümmert, da sie ihre Hinterpfote nicht bewegen konnte und deswegen viel gelegen hat. Ich dachte es wäre ein Bruch und würde schnell abheilen und es schien ihm auch langsam besser zu gehen. Doch innerhalb von zwei Tagen wurde er immer dünner, fraß nicht mehr und und starb dann in der Nacht. Beim näheren Befühlen ( das ging ja vorher auf Grund der Schmerzen nicht) konnte ein Bruch ausgeschlossen werden, wahrscheinlich ist er an einem Schlangenbiss gestorben.
Ich habe hier auch wieder angefangen zu zeichnen. Zwei meiner Mädchen in der Schule habe ich versucht zu portraitieren und war ganz zufrieden mit den ersten Versuchen.  
Im Moment sind auch gerade unsere Pässe auf dem Weg nach Nairobi, damit das Missionarsvisum eingestempelt werden kann, wir scheinen also damit keine Probleme zu bekommen.
Während der Examen in der Schule, gab es für mich nur Schreibkram zu erledigen (Korrigieren, Noten eintragen, Durchschnitte ausrechnen, Reportbooks ausfüllen). An einem dieser Tage habe ich der kleinen Nasha auch die Haare aufgeflochten und sie ist mir dabei auf dem Arm eingeschlafen. Ich habe gut 2 Stunden mit ihr auf dem Arm dagesessen und vor mich hingesungen, das war wirklich ein wunderschöner Moment.   Außerdem hatte ich auch meinen ersten „Motorradunfall“, meinem Fahrer Kennedy ist der Vorderreifen geplatzt, doch nach einigen starken Schlenkern und Herumschlingern konnte er die Maschine glücklicherweise sicher anhalten und ich konnte auf einem anderen Pikipiki weiter fahren. Doch der Schreck saß mir schon ein wenig in den Knochen.
Gegen Ende der Examenwoche fingen dann die Vorbereitungen für „Graduation“ (die älteste Vorschulklasse kommt in die erste Klasse, also so etwas wie Einschulung) an. Es wurden Lieder, Gedichte und Songs geübt, Wände gestrichen, geputzt, gefegt, gekocht und ganz viel Stress gemacht.

Graduation
Am großen Tag (Freitag der 18.10.2011) pilgerten Charlotte und ich also in unseren African Dresses und unserer kleine Gastschwester Ilka zur High Rise Academy und mussten tatsächlich erst einmal stundenlang warten. Denn anstatt wie geplant um 11, wurde um 2 Uhr nachmittags angefangen. Wir haben uns aber die Zeit gut mit einigen Besuchen anderer Lehrer in Masogo und dem Spielen mit Kindern vertrieben. Kurze Zeit nach dem Start um 2, wurde dann nochmal fürs Mittagessen unterbrochen. Leider hat das Programm der Kinder sehr unter der Verspätung gelitten und so wurden viele tolle Lieder gar nicht gesungen. Die Reden auf Luo, die ich ja kaum verstanden habe, schienen umso länger. Als dann endlich die Graduants aufgerufen wurden um ihre Zertifikate zu bekommen, brach das totale Chaos aus. Am Anfang standen die kleinen noch ganz süß, in ihren Talaren und mit den Hüten, die wir nur aus amerikanischen Collegefilmen kennen, in einer Reihe. Doch als der erste aufgerufen wurde, stürmten gleich ca. 5 Frauen wild schreiend mit Geschenken und Lametta auf das Kind ein und nach dem sie fertig waren, sahen die Kinder aus wie kleine Weihnachtsbäume. Auch die Lehrer bekamen kleine Geschenke und Urkunden und für den Ehrengast wurde sogar ein Schafsbock angeschleppt. Leider war ich durch die Hitze und das ganze draußen herum stehen etwas schlapp.

Heute abend feirn wir den Geburtstag von Biata. Sie wird 10… irgendwann im November, genauer kann hier ein Geburtstag nicht bestimmt werden, also haben wir einfach irgendeinen Tag genommen. Wir haben einen Kuchen gekauft und Sesam mit Honig geröstet, sie hat sich sehr über die Kleinigkeiten, wir ihr gekauft haben gefreut. Allgemein wird Geburtstag hier fast gar nicht gefeiert.

So das wars erstmal von eurer weißen Luo.
Ich vermisse euch!!!

Dienstag, 8. November 2011

Kleinigkeiten

Hallo ihr Lieben,
es tut mir Leid, dass ich mich solange nicht gemeldet habe. Doch die große Ankunftsaufregung ist nun vorbei und es kehrt der Alltag ein. Doch ein paar Kleinigkeiten sind passiert. Ich fange mal mit den schlechten Neuigkeiten an: Am letzten Samstag kam ich abends aus Kisumu nach Hause und Florence erzählte mir, dass Momo gestorben sei und der Welpe Whisky war verschwunden (auf dem Compound lebten drei Hunde: Tuskar, Shaggy und Momo, die einzige Hündin, später kamen dann noch die vier Welpen dazu, doch die wurden alle, bis auf meinen geliebten Whisky weggegeben). Sie hatte versucht ein Huhn zu reißen und wurde dafür von meinem Gastbruder in den Bauch getreten. Wahrscheinlich war ihr Körper so ausgezerrt von der Aufzucht der Welpen, dass der vielleicht nur schwache Tritt sie schwer verletzt hatte. Sie zog sich in ihre Hütte zurück und starb. Ich mochte sie gern, den sie war ein liebes und harmloses Mädchen. Dazu kam dann die Sorge um den kleinen Whisky, doch der tauchte kurz darauf in der Nähe der Wambi (Charlottes Schule) auf.
Nun zu den guten Neuigkeiten: im letzten Examen wurde ich sehr positiv von meiner vierten Klasse überrascht, sie hatten ausnahmslos das Matheexamen mit sehr guten Noten bestanden und viele von ihnen hatten sich sehr verbessert. Zu einem kleinen Teil ist das tatsächlich meine Arbeit, denn in der vierten Klasse habe ich gerne und intensiv Mathe unterrichtet und die wenigen Fehler im Examen waren nicht in den Teilen meines Stoffes. Meine Lehrer haben sich sehr mit mir gefreut und wollen mich nun in Klasse 2-5 in Mathe sehen (so Klasse ist das nicht denn in Klasse 4 habe ich 12 Schüler während Klasse 2 und 3 die 30 übersteigen).
Gestern ist auch Charlottes Vater abgereist und heute sind wir beide dann doch tatsächlich pünktlich krank. Die Mückenstiche von Charlotte sind stark angeschwollen und fangen an zu nässen, heiß zu werden und es scheint keinen Heilungsprozess zu geben. Linderung verschafft nur stumpfes Rumsitzen. Ich selbst muss mir irgendeine Grippe eingefangen haben. Seit gestern Abend habe ich starke Halsschmerzen und einen trockenen Reizhusten, sowie starke, nicht nachlassende Kopfschmerzen (ich habe eigentlich nie Kopfschmerzen). So Papa und an dieser Stelle muss ich dich leider enttäuschen, Aspirin ist kein Gottesgeschenk und Allzwecksheilmittel... leider. Die Hitze und die schwüle Gewitterluft ist dem natürlich auch nicht zuträglich. So nun aber genug gejammert, ich habe in Kisumu auch endlich Postkarten gekauft. Da können sich einige von euch auf Grüße freuen, die sind leider sehr teuer, desswegen müssen andere noch warten, ich hoffe das verzeiht ihr mir.
Mit den liebsten Grüßen
eure kleine Hanne

Sonntag, 30. Oktober 2011

Motorradfahren

Heute nachmittag haben sich dann Elisha und Jorim für mcih ein Motorad gemietet und auf der großen Wiese, der Wambi (Charlottes Schule) wurde der kleinen Hanne, dann Pikipikifahren beigebracht. Ich habe mich echt ganz gut angestellt glaube ich^^. Dazu kamen dann, zum Glück erst als ich etwas fahren konnte, die ganzen jungen Männer aus der Gegend um mir zuzuschauen. Zum Schluss konnte ich sowahl eine Runde alleine drehen als auch jemanden hinten drauf mitnehmen und soagr schalten. Also... seid stolz auf mich^^

Besuch, Briefe und Alltag


So da bin ich mal wieder.
Am Dienstag war ich nach der Lunchtime zum ersten Mal richtig in der Tischlerei. Ich wurde superfreundlich von William, dem schon etwas älteren Manager, den Schülern vorgestellt und Kennedy (schon ausgelernt) hat mich gleich unter seine Fittiche genommen. Ich konnte beim Einschlafen von Nägeln und Sägen neuer Schulbänke helfen und alle waren restlos gegeistert, was ich doch als Frau schon so alles konnte. Ich habe mir auch die Arbeit an den Maschinen angesehen und war total fasziniert von der, die so Tisch und Stuhlbeine macht. Das Holzstück wird einfach eingespannt und schnell um die eigene Achse gedreht und jemand „schnitzt“ dann mit einer speziellen Feile die gewünschte Form hinein. Ich würde das gern lernen aber ich glaube das ist auch supergefährlich. In Williams Büro fiel mir dann auf, dass hier tatsächlich Hannah Montana im Fernsehen läuft. William wird mir zu Donnerstag (mein zweiter Tag in der Tischlerei) auch die Rahmen zum Papierschöpfen fertig stellen für umgerechnet ca. 80 cent pro Stück. Am Mittwoch bin ich dann erst später zur Schule gegangen, da ich mal wieder Verdauungskrank war, aber gegen 10 Uhr wurde es besser und ich bin los gelaufen. Da gerade die Examen fertig waren, gönnten sich Lehrer und Schüler einen eher ruhigen Tag mit Korrigieren, Auswerten und Spielen. Doch es gab auch ein paar Schüler, die ordentlich zusammen gestutzt wurden, aufgrund ihrer Leistung. Das ist hier schwer einzuschätzen, wie Lehrer reagieren, manchmal werden sie einfach nur unangenehm nach den Gründen ausgefragt, was die Kinder viel schneller zum Weinen bringt und manchmal werden sie einfach nur verprügelt. Und es fällt mir dann immer wirklich schwer mit meinem Unterricht stupf fortzufahren, wenn ich nebenan ein Kind immer wieder aufschreien höre. Naja gegen Mittag habe ich dann Besuch von Charlotte bekommen und wir haben viel mit der vierten und fünften Klasse gesungen und gespielt (z.B.: Katz und Maus, Bockspringen) und wir hatten schon recht viel Spaß. Nach der Gamestime haben wir dann noch eine Lehrerin aus Charlottes Schule besucht, sie wohnt mit drei Kindern in zwei kleinen Zimmern, aufgrund der Korruption in Kenia, wurde sie hier nach Masogo versetzt, während ihr Mann weiter in Nairobi arbeitet. Zuhause wurde dann noch schnell gewaschen, doch dann konnten wir aufgrund von neuem Regen auch schon nichts mehr machen, außer auf das Essen warten.
Am Donnerstag war ich nachmittags wieder in der Tischlerei und ich habe mit Kennedy (einem Schüler) ein Bett zusammen gebaut. Das ist echt nett wie die mich hier integrieren. William war leider weg und so konnte ich meine Schöpfrahmen noch nicht abholen. Gegen Abend fing es tierisch an zu regnen. Ich konnte einen kurzen Moment abpassen, in dem ich bei nur leichtem Regen nach Hause fahren konnte. Am Freitag bin ich dann mit Charlotte früh aufgestanden, sie fuhr gegen 7 los um ihren Vater vom Flugplatz in Kisumu abzuholen und ich habe den halben Vormittag in der Hütte verbracht. Da es die ganze Nacht durch geschüttet hatte war der Weg zur Schule teilweise geflutet und so konnte ich nicht los. Gegen 10 kam dann unser Gast an und ich konnte mich auch auf den Weg zur Schule machen, weil der Boden wenigstens ein wenig getrocknet war. In der Schule wurden für den Gratuationday (Ende des Schuljahrs und die Preunits kommen in die Class 1)Lieder und Gedichte geübt. Ich werde wohl auch mit ein paar Mädchen aus der 4. und 5. Klasse ein Lied einstudieren. Wieder zuhause hatte man das Gefühl es wäre Weihnachten denn auf einmal hatten wir wieder Snickers und neue Ikeareale und neue Taschenlampen, Stifte und Malkästen und das allerwichtigste Grüße von Zuhause. An dem Nachmittag ist zusätzlich auch noch die richtige Post eingetroffen. Es hat sich wunderbar angefühlt. Am Samstag war ich noch kurz in Kisumu und heute morgen war um sieben Kriche, den Chor haben wir uns auch angeschaut.

Montag, 24. Oktober 2011

Frösche, Flöhe, Kirche und Hochzeit


So da bin ich wieder!   
Ich werde euch jetzt nicht mehr ganz so häufig schreiben. Ich finde hier langsam meinen Rhythmus, es ist nicht mehr alles so neu und spannend, also wird es wohl auf einwöchige Berichte hinaus laufen. Ich will euch ja schließlich nicht mit eintönigen „Heute war ich wie immer in der Schule“-Wiederholungen nerven.
So ich glaube am Samstag habe ich mich zuletzt gemeldet, da habe ich ja auch, wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, die Bilder endlich hochladen können. Ich hoffe die Beschriftungen sind eindeutig und gut zu verstehen. Ihr wisst ja wenn ihr Fragen habt, dann meldet euch.
Am Samstagabend hatten wir dann noch Besuch von Florence‘ Schwester Ruth. Eine Frau, die wirklich vieles zu erzählen hat... sehr oft. Manchmal kann einem das echt auf die Nerven gehen, denn die Leute wiederholen hier immer also 4 und 5 Mal und man hat das Gefühl, wie ein kleines Kind behandelt zu werden. Naja sie hat uns dann auch noch gezeigt, wie man richtig Chapati macht. Das fängt schon beim Ausrollen an, Chapatis werden erst ausgerollt und mit Öl bestrichen, dann wieder zu einer Schnecke zusammen gerollt, liegen gelassen und neu ausgerollt. So entsteht bei Backen ein luftiger Fladen, da die einzelnen Schichten durch das Öl nicht zusammen backen. Beim Backen wird er dann noch mehrmals gewendet und es werden teilweise 3 übereinander gestapelt und der unterste dann herausgeholt und irgendwie bin ich noch nicht durch den Backprozess durchgestiegen^^.
Am Sonntag wurden wir dann von Aloyce in die Kirche geschleppt, ich habe ja nichts dagegen in die Kirche zu gehen aber ich war um 11 mit einer Lehrerin von meiner Schule verabredet und konnte einfach nicht verstehen wieso es Aloyce so wichtig war, das ich ausgerechnet dieses Wochenende in die Kirche gehe. Aber als wir da waren hat er es uns erklärt. Der Gottesdienst wurde von den vier verschiedenen Gemeinden des Parishs besucht und war dementsprechend groß und zu meinem Leid auch recht lang. Er ging von 9 bis halb 1. Danach bin ich dann recht zügig nach Masogo gefahren, mit einem schlechten Gewissen, weil ich so spät war, nur um zu bemerken, dass mich die Lehrerin nur deswegen so früh bestellt hatte, weil sie wieder auf meine Hilfe bei ihrem Abwasch (den ich schon ein, zwei Mal für sie gemacht habe) gehofft hatte. Es war sogar noch Zeit, dass ich den anderen Frauen beim Vorbereiten des Hochzeitsessen helfen konnte, d.h. Tomaten schneiden, Chapatis naschen, Reis puhlen (schlechte Körner und Steinchen aussortieren) und mit der kleinen Nasha spielen. Die Hochzeitszeremonie war eigentlich nicht sehr anders als in Deutschland, der Einzug der Braut dauert sehr viel länger und die Braut wird ermahnt dem Bräutigam auch ja genug zu essen zu kochen u.ä. doch ansonsten… Wie überall eigentlich wurde ich auch hier extra begrüßt, obwohl ich eigentlich nicht wirklich eingeladen war und hätte mich auch nach vorne setzten können, doch darauf habe ich dann doch lieber verzichtet. Nach der Zeremonie werden noch in der Kirche die Dokumente unterschrieben (so wie im Standesamt eigentlich) und ein Kuchen angeschnitten, der vom Brautpaar an die Eltern, Schwiegereltern und ein paar Gäste „verfüttert“ wurde (so lange der Vorrat reicht). Hier konnte ich mich dann nicht mehr wehren, ich wurde quasi über die Stühle getragen um einen Qubikcentimeter des Kuchens von der Gabel der Braut zu bekommen.
Nach der Hochzeit habe ich mich noch mit Aloyce und dem Manager der Tischlerei getroffen, beim ersten Treffen hatte ich letzteren nicht kennen gelernt. Ich habe ihm die Anleitung für meinen Schöpfrahmen gegeben und wir haben besprochen, ob es nicht noch eine Möglichkeit für mich gäbe auch ein wenig hier zu arbeiten. Am Dienstag werde ich meinen ersten Nachmittag dort verbringen, ich habe noch keine Ahnung, was ich dort machen werde, denn an die Maschinen werden sie mich wohl nicht gleich lassen, aber das kann ich dann ja alles dann sehen.
Heute haben die Examen dann tatsächlich angefangen und ich habe sowohl die vierte als auch die fünfte Klasse beaufsichtigt und die Ergebnisse korrigiert. Hier muss man eigentlich auch jedes Mal das Aufgabenblatt, das für die Schulen der Region gleich ist, nach Fehlern durchsuchen, ein oder zwei sind immer dabei. Als ich dann vorhin angefangen habe euch zu schreiben, kam auch aus der einen Hüttenecke ein lautes knarrendes Geräusch, ich war voll verwirrt, habe nachgeschaut aber nichts gefunden. Später kam es ab und zu immer wieder. Irgendwann habe ich dann mal in einen meiner Schuhe geguckt und da saß doch tatsächlich so eine dicke, fette Kröte drin. Sie hat mich doch sehr an den Chor im ersten Harry-Potter-Film erinnert. Naja jetzt ist sie jedenfalls draußen^^. Mit Kröten habe ich auch kein so großes Problem, meine Insektenstiche machen mir da schon mehr Sorgen. Sie hören einfach nicht auf, jede Nacht habe ich neue. Wir vermuten das es Flöhe sind die sich irgendwo in meiner Matratze versteckt haben. Die wurde jetzt schon bearbeitet, doch das Jucken zerrt wirklich an meinen Nerven und ich hoffe einfach nur, dass das jetzt besser wird.

Samstag, 22. Oktober 2011

Die letzten Tage

So langsam lebe ich mich ein und finde einen Tagesablauf, doch der wird auch immer wieder unterbrochen. Am Mittwoch musste ich kurufristig nach Kisumu um für mich und Charlotte die Dokumente für das Missionarsvisum abzugeben. Und am Donnerstag mussten Charlotte und ich stundenlang unsere Gastmutter dazu überreden zum Arzt zu gehen, da sie einen faulen Zahn hatte. Am selben Tag hatte sie sich dann doch lieber beim Waschen am Fluss versteckt, doch am Freitag tat es wohl genug weh, das sie ihre Angst überwinden konnte. Seit dem scheint sie ein wenig sauer zu sein, mehr ist bis jetzt auch eigentlich noch nicht passiert.
Ich plane jetzt ein paar kleine Projekte um die Umwelt hier ein wenig sauber zu halten und ein bisschen Müll zu verbrauchen. Ich möchte aus alten Plasriktütren neue Taschen flechten oder häkeln und aus altem Papier werde ich versuchen neues zu schöpfen, vielleicht werden wir auch einen Garten für die Schulküche anlegen und mit dem eigenen Kompost düngen, aber das steht alles noch in den Sternen, mal sehen was ich davon dann tatsächlich verwirklichen kann.
Bis zum nächsten Mal!

Montag, 17. Oktober 2011

Das Wochenende

Hallo ihr Lieben,
von meiner Blasenentzündun habe ich mich zum Glück wirklich schnell kuriert. Ich war am Donnerstag aber noch nicht in der Schule. Am Freitag gings dann nach der Lunchtime schon nach Hause und Charlotte und ich haben uns nach dem Packen auf den Weg nach Nyang'oma (insgesamt um die 3-4 Stunden unterwegs) gemacht um zwei weitere Freiwillige von Kolping zu treffen, Julia und Johannes. Julia arbeitet in einer Primary Boarding (Boarding= mit Internat) School und Johannes in einer technical School (quasi eine secondary) die teilweise auch für Gehörlose ist. In Nyang'oma befindet sich all das auf einer Missionsstation die auch noch ein Kinderheim und eine Krankenstation beherbergt. Im Gegensatz zu uns wohnen die beiden zusammen in einem richtigen Haus und versorgen sich weitesgehend selbst. Am Samstagmorgen waren wir auf einer Spendensammlung (Fundraising) von Julias Schule für einen GEnerator, da das komplette Internat ohne Strom ist. Hierbei werden Eltern und Ehrengäste eingeladen. Jeder bringt seine Spende einzeln nach vorne und es wird aufgerufen was gespendet wurde. Da Julias Workcamp auch noch ein bisschen Geld da gelassen hatte, konnten wir ein wenig verschleihern, wieviel wir gespendet haben, da wir alles zusammen abgegeben haben. Es ist schwierig die richtige Summe zu Spenden, wenn man so viel gibt wie die Einheimischen, kann es heißen man hätte doch viel mehr Geld und wenn man mehr gibt kann das sehr überheblich und "prollig" sein. Manchmal wird das mit Spielen und Tanzvorführungen der Schüler oder einer Band begleitet. Bei uns hat eine Band gespielt, sie hatten einen Tänzer dabei, der zurückgebildete Beine hatte (sie waren normal lang aber sehr dünn und ohne Muskeln). Solche Menschen sieht man hier ab und zu, sie tragen Flipflops an den Händen und wickeln sich meist Stoff um die Knie und Füße um sich dann auf allen Vieren frot zu bewegen. Dieser Tänzer hat auch so getanzt und sich ab uns zu im Break-Dance-Style auf die Arme gestützt. Wie haben auch noch das Waisenhaus besucht und noch lurz mit den Kindern gespielt und den Betreuern beim Waschen der Kinder geholfen. In einer kleinen Bäckerei konnten wir sogar Brötchen kaufen und bei Julia und Johannes gab es einen Toaster, das war ein wahres Festmahl für uns (grins). Wir haben uns viel mit den anderen beiden über unsere Arbeit und unsere Unterkunft unterhalten und uns dann auch entschieden doch erst am Sonntag zurück zu fahren. Am Sonntag ging es dann aber auch nach dem man noch über den kleinen Markt von Nyang'oma geschlendert war gegen 13 Uhr Richtung Heimat. Wir sind auch erst gegen Abend angekommen, waren noch laufen (meine Kondition wird voll schnell besser) und dann gabs auch schon essen. Jetzt ist es Montagnachmittag, es regnet und ich schreibe euch. Die Examen dauern immer noch an, desswegen habe ich der Schule kaum was zu tun, Charlotte ist in Kisumu und die anderen noch nihct wieder da. Meine Beine sind immer noch fürchterlich zerstochen, doch es sind zum Glücknicht soviele neue Stiche dazu gekommen. Das mit dem Fahrradfahren zur Schule klappt noch nicht so flüssig, da der Vorderreifen immer wieder Luft verliert. Es ist auch nur noch ein kleiner, naja inzwischen schon recht pummeliger Welpe da, die anderen wurden weggegeben. Ich habe jetzt leider gar nichts mehr zu erzählen, melde mich aber so schnell wie möglich wieder.
Die liebsten Grüße von einer, sich gut einegelebten
HANNE